Die Westschweiz ist bekannt für die Innovationen, die aus der EPFL heraus entstehen. Auch Aurélien Ducrey, Gründer von Proseed, hat seinen unternehmerischen Weg an der EPFL begonnen. Mit Proseed will er ein Nebenprodukt aus der Brauerei nachhaltig verwerten.
Aurélien, wie kam es zur Gründung von Proseed?
Das Projekt begann während meiner Masterarbeit an der EPFL in Lausanne. In der Nähe unseres Instituts war eine Brauerei, und wir untersuchten, wie wir die feuchten Nebenprodukte aus der Lebensmittelproduktion sinnvoll verwerten können. Die Idee fand schnell Anklang, und das positive Feedback aus der Industrie hat uns motiviert, den nächsten Schritt zu wagen.
Wie seid ihr vorgegangen?
Zusammen mit meinem Mitgründer Matheo, einem Ingenieur mit Schwerpunkt Mikrotechnik, und später Tobias Vogel, der für den betriebswirtschaftlichen Teil zuständig ist, haben wir die Geschäftsidee weiterentwickelt. Die Universität überliess uns die Rechte am geistigen Eigentum, was uns den Start erleichterte. Unterstützt wurden wir auch von Laurence Nicolai, einer Professorin der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Sion. Nach dem Studium haben wir uns entschieden, direkt in Sion weiterzuarbeiten, da wir dort die passende Infrastruktur hatten.
Wie funktioniert eure Technologie?
Unsere Lösung passt in einen Schiffscontainer und kann direkt an der Schnittstelle zwischen Lebensmittelverarbeitung und Nebenproduktabfall installiert werden. Das reduziert nicht nur den Transportaufwand, sondern macht die Umwandlung von Nebenprodukten effizient und nachhaltig.
Was waren die grössten Herausforderungen als frischgebackener Unternehmer?
Es war definitiv eine Herausforderung und ich musste total aus meiner Komfortzone. Als Ingenieur ist man oft technisch orientiert, aber als Gründer musste ich lernen, auch verkaufsorientiert zu denken. Interviews im Radio oder im Fernsehen zu geben und direkt auf Kunden zuzugehen, war anfangs ungewohnt.
Ausserdem war es ein Risiko, direkt nach dem Studium ein eigenes Unternehmen zu gründen, während viele meiner Kommilitonen bei grossen Konzernen wie Nestlé eingestiegen sind. Aber rückblickend bin ich glücklicher mit meinem Weg, weil ich so viel Neues gelernt habe und mich ständig weiterentwickeln konnte.
Auf welche Meilensteine bist du besonders stolz?
Der grösste Erfolg war sicherlich der Moment, als aus einer Idee eine funktionierende Firma wurde. Wir haben mittlerweile eine Pilotanlage in Betrieb und beschäftigen ein Team von sieben Festangestellten.
Was sind die Ziele für die kommenden Monate?
Unsere Pilotanlage läuft und produziert bereits. Der Fokus liegt jetzt darauf, den kommerziellen Bereich weiter auszubauen und die Technologie direkt an den Produktionsstandorten unserer Zielgruppe einzusetzen.
Unsere Hauptzielgruppe sind Unternehmen aus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, wie Brauereien oder Produzenten von Tofu und Hafermilch. Wir bieten eine Technologie, die feuchte Nebenprodukte direkt vor Ort in wertvolle Materialien umwandeln kann. So sparen wir Transportkosten und machen die Verarbeitung effizienter.
Was würdest du heute anders machen oder hättest du gerne früher gewusst?
Mein wichtigster Rat ist: Probiert Dinge selbst aus, macht Fehler und lernt daraus. Es ist wichtig, auch externe Hilfe in Anspruch zu nehmen. Fragt Menschen, die in bestimmten Bereichen besser sind als ihr selbst. Man sollte nicht zu lange alles alleine machen wollen.
Ich habe auch gemerkt, wie wichtig ein motiviertes Team ist. Unsere Teammitglieder sind alle sehr engagiert, aber es ist schade, dass wir bisher kaum Bewerbungen von Frauen erhalten haben. Daran möchte ich in Zukunft arbeiten.

Proseed Co-Founder Aurélien & Mateo, Foto: Proseed
FOUNDED
Videoformat
“23 Questions mit…”
In unserem neuen Format stellen wir Gründerinnen, Gründern oder Teammitgliedern 23 Fragen in einem One-Take – während wir durch die Firma gehen. Kein Skript, kein Cut, kein Studio. Nur echtes Startup-Leben.
23 Questions mit Scewo.
Die Westschweiz ist bekannt für die Innovationen, die aus der EPFL heraus entstehen. Auch Aurélien Ducrey, Gründer von Proseed, hat seinen unternehmerischen Weg an der EPFL begonnen. Mit Proseed will er ein Nebenprodukt aus der Brauerei nachhaltig verwerten.
Aurélien, wie kam es zur Gründung von Proseed?
Das Projekt begann während meiner Masterarbeit an der EPFL in Lausanne. In der Nähe unseres Instituts war eine Brauerei, und wir untersuchten, wie wir die feuchten Nebenprodukte aus der Lebensmittelproduktion sinnvoll verwerten können. Die Idee fand schnell Anklang, und das positive Feedback aus der Industrie hat uns motiviert, den nächsten Schritt zu wagen.
Wie seid ihr vorgegangen?
Zusammen mit meinem Mitgründer Matheo, einem Ingenieur mit Schwerpunkt Mikrotechnik, und später Tobias Vogel, der für den betriebswirtschaftlichen Teil zuständig ist, haben wir die Geschäftsidee weiterentwickelt. Die Universität überliess uns die Rechte am geistigen Eigentum, was uns den Start erleichterte. Unterstützt wurden wir auch von Laurence Nicolai, einer Professorin der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Sion. Nach dem Studium haben wir uns entschieden, direkt in Sion weiterzuarbeiten, da wir dort die passende Infrastruktur hatten.
Wie funktioniert eure Technologie?
Unsere Lösung passt in einen Schiffscontainer und kann direkt an der Schnittstelle zwischen Lebensmittelverarbeitung und Nebenproduktabfall installiert werden. Das reduziert nicht nur den Transportaufwand, sondern macht die Umwandlung von Nebenprodukten effizient und nachhaltig.
Was waren die grössten Herausforderungen als frischgebackener Unternehmer?
Es war definitiv eine Herausforderung und ich musste total aus meiner Komfortzone. Als Ingenieur ist man oft technisch orientiert, aber als Gründer musste ich lernen, auch verkaufsorientiert zu denken. Interviews im Radio oder im Fernsehen zu geben und direkt auf Kunden zuzugehen, war anfangs ungewohnt.
Ausserdem war es ein Risiko, direkt nach dem Studium ein eigenes Unternehmen zu gründen, während viele meiner Kommilitonen bei grossen Konzernen wie Nestlé eingestiegen sind. Aber rückblickend bin ich glücklicher mit meinem Weg, weil ich so viel Neues gelernt habe und mich ständig weiterentwickeln konnte.
Auf welche Meilensteine bist du besonders stolz?
Der grösste Erfolg war sicherlich der Moment, als aus einer Idee eine funktionierende Firma wurde. Wir haben mittlerweile eine Pilotanlage in Betrieb und beschäftigen ein Team von sieben Festangestellten.
Was sind die Ziele für die kommenden Monate?
Unsere Pilotanlage läuft und produziert bereits. Der Fokus liegt jetzt darauf, den kommerziellen Bereich weiter auszubauen und die Technologie direkt an den Produktionsstandorten unserer Zielgruppe einzusetzen.
Unsere Hauptzielgruppe sind Unternehmen aus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, wie Brauereien oder Produzenten von Tofu und Hafermilch. Wir bieten eine Technologie, die feuchte Nebenprodukte direkt vor Ort in wertvolle Materialien umwandeln kann. So sparen wir Transportkosten und machen die Verarbeitung effizienter.
Was würdest du heute anders machen oder hättest du gerne früher gewusst?
Mein wichtigster Rat ist: Probiert Dinge selbst aus, macht Fehler und lernt daraus. Es ist wichtig, auch externe Hilfe in Anspruch zu nehmen. Fragt Menschen, die in bestimmten Bereichen besser sind als ihr selbst. Man sollte nicht zu lange alles alleine machen wollen.
Ich habe auch gemerkt, wie wichtig ein motiviertes Team ist. Unsere Teammitglieder sind alle sehr engagiert, aber es ist schade, dass wir bisher kaum Bewerbungen von Frauen erhalten haben. Daran möchte ich in Zukunft arbeiten.

Proseed Co-Founder Aurélien & Mateo, Foto: Proseed


