ChatGPT, Claude und Co. beeinflussen zunehmend, wie Menschen Marken wahrnehmen. Das Schweizer Startup cuemarc macht sichtbar, was Large Language Models über Unternehmen erzählen – und hilft, diese Narrative aktiv zu gestalten.

«Search was about being found. LLMs are about being understood.» Pamela Gottsponer bringt den Wandel auf den Punkt. Immer mehr Menschen fragen ChatGPT oder Perplexity nach Empfehlungen. Doch wissen Unternehmen, wie die KI über sie spricht? Erscheint die eigene Marke überhaupt in den Antworten? Und wenn ja: Wird sie positiv oder negativ dargestellt?

Vom Bauchgefühl zur Datenstrategie

Hier setzt cuemarc an. Das Startup, das Pamela gemeinsam mit Matt Spear und Joël Viotti im September 2025 gründete, bringt Transparenz in diese neuen Kanäle. «Kommunikation ist heute oft noch nicht so zahlengetrieben wie das Marketing», erklärt die Gründerin. Mit ihrer Lösung erhalten Teams erstmals valide Daten darüber, wie ihre Marke in der KI-Welt dargestellt wird. Das ermöglicht Schadensbegrenzung und eine gezielte Steuerung der Narrative. Was cuemarc von der Konkurrenz unterscheidet ist die enge Zusammenarbeit mit Kunden: «Wir möchten die LLM-Expertise direkt in die Organisationen bringen und gemeinsam mit Unternehmen die Fähigkeiten aufbauen, die es braucht, um in diesem neuen Feld Wirkung zu erzielen. Wir liefern nicht nur Dashboards, sondern auch direkte Massnahmen», so Pamela.

Die Anatomie der Antwort

Was Cuemarc konkret macht, klingt zunächst simpel: Das Tool zeigt, wie oft ein Unternehmensname in verschiedenen Large Language Models auftaucht und in welchem Kontext. Doch dahinter steckt komplexe Technologie. «Wir imitieren Userfragen sehr datengetrieben – täglich und über längere Zeit», erklärt Pamela. Die Analyse erfolgt balanciert für jedes einzelne Modell, denn die Unterschiede sind erheblich. Perplexity gewichtet andere Newsquellen als Claude, ChatGPT bevorzugt Reddit-Diskussionen. Besonders interessant: Wikipedia wird von praktisch allen Modellen stark gewichtet. «Wie man auf Wikipedia dargestellt wird, scheint ein wirklich wichtiger Faktor zu sein», gibt Pamela zu bedenken.

Listicles für Algorithmen

Doch die Analyse geht noch tiefer. Cuemarc identifiziert sogenannte «Fanout Queries». Das sind die Suchbegriffe, die das KI-Modell im Hintergrund nutzt, um eine Antwort zu generieren. Wer beispielsweise nach «Bester Arbeitgeber» sucht, landet oft bei KI-Antworten, die sich auf «Listicles» – also listenartige Artikel – stützen. «Unsere Empfehlung an Kunden ist dann oft: Schaut, dass ihr in solchen Listen vorkommt», erklärt die Gründerin. Es geht also nicht mehr nur darum, auf der eigenen Website guten Content zu haben, sondern zu verstehen, welche externen Quellen die KI als vertrauenswürdig einstuft.

Tempo als Konstante

Die grösste Herausforderung ist die enorme Geschwindigkeit der Entwicklung. «Fast alle zwei Wochen erscheint ein neues Modell», erzählt Pamela. Das sorgt im Gründerteam durchaus für schlaflose Nächte, bis alles wieder neu kalibriert ist. Doch genau diese Dynamik treibt sie an. Cuemarc ist nicht das erste Startup der Gründerin, sie kennt die Ups and Downs und schwierigen Momente. «Das ist halt der Alltag, wenn man ein Startup gründet», sagt sie. Ihr Antrieb? «Dass man ein Produkt auf den Markt stellt und einfach Selbstbestimmung hat».

Diese Gestaltungslust prägt auch ihre Vision. Denn Pamela sieht eine Zukunft, in der nicht nur Texte, sondern auch Voice-Search und Shopping direkt über KI laufen. Cuemarc liefert dafür das Fundament: Eine Technologie, die Kommunikation nicht nur sichtbar, sondern strategisch steuerbar macht. Denn am Ende geht es darum, im digitalen Raum nicht nur gefunden, sondern richtig verstanden zu werden.

Dir hat der Artikel gefallen?

Dann wirf doch auch einen Blick auf unseren letzten Beitrag – viel Spass beim lesen!

Author: Laura Maeder

Laura Mäder
"No one ever made a decision because of a number. They need a story." Die Macht einer guten, authentischen Geschichte ist riesig.

FOUNDED

Videoformat

“23 Questions mit…”

In unserem neuen Format stellen wir Gründerinnen, Gründern oder Teammitgliedern 23 Fragen in einem One-Take – während wir durch die Firma gehen. Kein Skript, kein Cut, kein Studio. Nur echtes Startup-Leben.

23 Questions mit Scewo. 

Interview
Erfolgsgeschichten
Scaleups
Startups
Tipps
Geistiges Eigentum
Female Entrepreneur
Investoren & Fundraising

ChatGPT, Claude und Co. beeinflussen zunehmend, wie Menschen Marken wahrnehmen. Das Schweizer Startup cuemarc macht sichtbar, was Large Language Models über Unternehmen erzählen – und hilft, diese Narrative aktiv zu gestalten.

«Search was about being found. LLMs are about being understood.» Pamela Gottsponer bringt den Wandel auf den Punkt. Immer mehr Menschen fragen ChatGPT oder Perplexity nach Empfehlungen. Doch wissen Unternehmen, wie die KI über sie spricht? Erscheint die eigene Marke überhaupt in den Antworten? Und wenn ja: Wird sie positiv oder negativ dargestellt?

Vom Bauchgefühl zur Datenstrategie

Hier setzt cuemarc an. Das Startup, das Pamela gemeinsam mit Matt Spear und Joël Viotti im September 2025 gründete, bringt Transparenz in diese neuen Kanäle. «Kommunikation ist heute oft noch nicht so zahlengetrieben wie das Marketing», erklärt die Gründerin. Mit ihrer Lösung erhalten Teams erstmals valide Daten darüber, wie ihre Marke in der KI-Welt dargestellt wird. Das ermöglicht Schadensbegrenzung und eine gezielte Steuerung der Narrative. Was cuemarc von der Konkurrenz unterscheidet ist die enge Zusammenarbeit mit Kunden: «Wir möchten die LLM-Expertise direkt in die Organisationen bringen und gemeinsam mit Unternehmen die Fähigkeiten aufbauen, die es braucht, um in diesem neuen Feld Wirkung zu erzielen. Wir liefern nicht nur Dashboards, sondern auch direkte Massnahmen», so Pamela.

Die Anatomie der Antwort

Was Cuemarc konkret macht, klingt zunächst simpel: Das Tool zeigt, wie oft ein Unternehmensname in verschiedenen Large Language Models auftaucht und in welchem Kontext. Doch dahinter steckt komplexe Technologie. «Wir imitieren Userfragen sehr datengetrieben – täglich und über längere Zeit», erklärt Pamela. Die Analyse erfolgt balanciert für jedes einzelne Modell, denn die Unterschiede sind erheblich. Perplexity gewichtet andere Newsquellen als Claude, ChatGPT bevorzugt Reddit-Diskussionen. Besonders interessant: Wikipedia wird von praktisch allen Modellen stark gewichtet. «Wie man auf Wikipedia dargestellt wird, scheint ein wirklich wichtiger Faktor zu sein», gibt Pamela zu bedenken.

Listicles für Algorithmen

Doch die Analyse geht noch tiefer. Cuemarc identifiziert sogenannte «Fanout Queries». Das sind die Suchbegriffe, die das KI-Modell im Hintergrund nutzt, um eine Antwort zu generieren. Wer beispielsweise nach «Bester Arbeitgeber» sucht, landet oft bei KI-Antworten, die sich auf «Listicles» – also listenartige Artikel – stützen. «Unsere Empfehlung an Kunden ist dann oft: Schaut, dass ihr in solchen Listen vorkommt», erklärt die Gründerin. Es geht also nicht mehr nur darum, auf der eigenen Website guten Content zu haben, sondern zu verstehen, welche externen Quellen die KI als vertrauenswürdig einstuft.

Tempo als Konstante

Die grösste Herausforderung ist die enorme Geschwindigkeit der Entwicklung. «Fast alle zwei Wochen erscheint ein neues Modell», erzählt Pamela. Das sorgt im Gründerteam durchaus für schlaflose Nächte, bis alles wieder neu kalibriert ist. Doch genau diese Dynamik treibt sie an. Cuemarc ist nicht das erste Startup der Gründerin, sie kennt die Ups and Downs und schwierigen Momente. «Das ist halt der Alltag, wenn man ein Startup gründet», sagt sie. Ihr Antrieb? «Dass man ein Produkt auf den Markt stellt und einfach Selbstbestimmung hat».

Diese Gestaltungslust prägt auch ihre Vision. Denn Pamela sieht eine Zukunft, in der nicht nur Texte, sondern auch Voice-Search und Shopping direkt über KI laufen. Cuemarc liefert dafür das Fundament: Eine Technologie, die Kommunikation nicht nur sichtbar, sondern strategisch steuerbar macht. Denn am Ende geht es darum, im digitalen Raum nicht nur gefunden, sondern richtig verstanden zu werden.

Dir hat der Artikel gefallen?

Dann wirf doch auch einen Blick auf unseren letzten Beitrag – viel Spass beim lesen!