Anja Graf hatte mit 21 Jahren die Firma VISIONAPARMENTS erfolgreich aufgebaut. Heute ist sie unter anderem als Investorin in der Fernseh-Show “Höhle der Löwen” bekannt. Wir haben Sie gefragt, wie sie Startups für ihre Investitionen auswählt, was ihr besonders wichtig ist, und was für Fehler viele Startups bei der Investorensuche machen.
Was für eine Art von Investorin bist du?
Ich würde mich als Einzelinvestorin beschreiben, aber man muss flexibel bleiben – es hängt alles von der Art und dem Umfang des Unternehmens ab. Ich versuche, über die Gründer hinauszuschauen, nach weiteren Möglichkeiten zu suchen, und wenn ich viel Potenzial sehe, bin ich bereit, voll und ganz auf das Unternehmen zu setzen.
Wie entscheidest du, in welches Startup du investieren möchtest?
Es gibt eine Reihe von Merkmalen, nach denen ich suche. Da ist zunächst einmal die Idee selbst – sie muss meine Aufmerksamkeit von der ersten Minute an fesseln. Ich würde sagen, ich suche gerne nach Investitionen, die herausstechen, irgendwie anders sind, ein überraschendes Konzept oder eine überraschende Denkweise haben. Genau so wichtig ist das Gründungsteam. Zudem sind Transparenz und die Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen, entscheidend.
Es stellt sich für mich auch die Frage, ob die potenzielle Investition zu meinem bestehenden Portfolio passt – gäbe es Möglichkeiten, Synergien mit anderen Unternehmen zu schaffen? Ich berücksichtige auch die Flexibilität des Projekts und die Möglichkeit, es in anderen Bereichen oder auf anderen Märkten anzupassen.
In welche Branchen investierest du am liebsten?
Da ich gerne über Synergien mit meinen bestehenden Unternehmen und Investitionen nachdenke, konzentriere ich mich hauptsächlich auf Immobilien, Gastgewerbe und alle damit verbundenen Bereiche.
In wie viele Startups investierst du pro Jahr und in welcher Höhe?
Ich schränke mich nicht gerne ein, daher hängt alles von den Startups und ihren Konzepten ab. Ich habe jeweils jedes Jahr in bis zu 10 Startups investiert, mit Investitionen von bis zu mehreren hunderttausend Schweizer Franken.
Wie läuft der Prozess von Kennenlernen bis Investition ab?
Zunächst muss man sich mit dem Unternehmen vertraut machen: das Konzept kennenlernen und die direkt verantwortlichen Personen treffen. Später muss man die interne Struktur analysieren und die Mitarbeiter kennenlernen. Ich glaube, der einzige Weg, ein grossartiges Produkt oder eine grossartige Dienstleistung zu entwickeln und auf dem Markt erfolgreich zu sein, ist ein leidenschaftliches und engagiertes Team.
Kannst du uns von einer erfolgreichen und eine gescheiterten Investition erzählen?
Mein grösster Investitionserfolg ist wohl das Unternehmen MyCamper, eine Sharing-Plattform für Wohnmobile und Wohnwagen. Es ist sehr erfolgreich, und wir haben bereits die zweite Finanzierungsrunde abgeschlossen. Ich glaube nicht, dass es einen Fall gab, den ich guten Gewissens als Fehlschlag bezeichnen könnte. Ich lerne bei jeder Verhandlung etwas dazu, und selbst wenn wir uns in der Verhandlung nicht finden können, behalte ich das Startup weiterhin im Auge. 2017 beschloss ich, zum ersten Mal in eine App zu investieren. Es ging um einee App, der Anbieter von Serviced Apartments mit ihren Gästen zusammenbrachte. Leider wurden einige Fakten und Zahlen von den Eigentümern der App nicht offengelegt; sie verschwiegen Details, die zeigten, dass das Geschäftsmodell angepasst werden musste. Die Investition verlief nicht so gut, wie ich erwartet hatte. Ich habe meine Lektion gelernt, ebenso wie der Eigentümer der App.
Wie stark bringst du dich als Investorin ins Startup ein?
Ich würde sagen, ich behalte die Investition gerne genau im Auge. Ich möchte das Konzept von A bis Z kennenlernen und verstehen. Gleichzeitig ist es wichtig, nicht zu weit zu gehen und den Gründern nicht im Weg zu stehen. Manche Gründerinnen und Gründer haben ihr ganzes Leben lang an dieser Idee gearbeitet, haben nachgedacht, das Konzept analysiert und verfeinert und Lösungen für die Probleme und Hindernisse gefunden. Ich möchte mich nicht einfach einmischen und das ganze Unternehmen auf den Kopf stellen.
Ich sehe mich als Beraterin, die einen neuen, frischen Blick einbringt. Durch meine unternehmerische Erfahrung habe ich viele Kontakte geknüpft und wunderbare Menschen kennengelernt, Experten auf ihrem Gebiet, auf die ich mich verlassen kann. Es sind Menschen, die ihre Arbeit mit Leidenschaft ausüben und ihr Handwerk hervorragend beherrschen. Ihre Meinungen und Empfehlungen sind mir sehr wichtig.
Dennoch muss ich meine Investitionen weiterhin im Auge behalten. Ich analysiere die regelmässigen Erfolgsberichte und Reportings gründlich und melde mich, wenn mir etwas nicht passend oder sinnvoll scheint.
Was sind deine Tipps für Startups, die auf der Suche nach Investoren sind?
Das Wichtigste ist eine innovative Idee mit Wachstumspotenzial. Obwohl es viele moderne Wege gibt, Investoren zu kontaktieren, funktioniert meiner Erfahrung nach ein breites Kontaktnetzwerk am besten. Gute Ideen verbreiten sich schnell, und Mundpropaganda ist nach wie vor sehr wirkungsvoll.
Was sind deiner Meinung nach die häufigsten Fehler, die Startups bei der Investorensuche machen?
Ich würde sagen, das grösste Problem von Startups in der Anfangsphase ist mangelnde Transparenz und ein allgemeines Misstrauen gegenüber potenziellen Investoren. Manche Unternehmen machen sich zudem auf die Suche nach Investoren, ohne ausreichend vorbereitet zu sein, ohne einen konkreten Plan und ohne eine fundierte Analyse. Investoren wollen ein funktionierendes Geschäftsmodell und einen gut ausgearbeiteten Plan für die Zukunft sehen.
Warum investierst du in Startups?
Ich denke, es ist die Möglichkeit, mitzuerleben, wie neue Ideen und Projekte zum Leben erweckt werden, und verschiedene Geschäftsansätze kennenzulernen. Ich erinnere mich noch gut daran, als ich VISIONAPARTMENTS von Grund auf aufgebaut habe – an die Zufriedenheit, die Emotionen und den Nervenkitzel, wenn man sieht, wie das eigene Unternehmen wächst und expandiert. Es ist ein grossartiges Gefühl, wenn sich die Puzzleteile zusammenfügen und ein erfolgreiches und tragfähiges Geschäftsprojekt entsteht.
Warum sollten Startups dich als Investorin wählen?
Ich bin eine erfahrene Unternehmerin und Investorin mit einer beeindruckenden Erfolgsbilanz. Ich verfüge über ein umfangreiches Netzwerk an Geschäftskontakten, das ich mir in meiner über 20-jährigen Karriere als Unternehmerin aufgebaut habe, und scheue mich nicht davor, in kreative, innovative Projekte zu investieren.
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Anja Graf hatte mit 21 Jahren die Firma VISIONAPARMENTS erfolgreich aufgebaut. Heute ist sie unter anderem als Investorin in der Fernseh-Show “Höhle der Löwen” bekannt. Wir haben Sie gefragt, wie sie Startups für ihre Investitionen auswählt, was ihr besonders wichtig ist, und was für Fehler viele Startups bei der Investorensuche machen.
Was für eine Art von Investorin bist du?
Ich würde mich als Einzelinvestorin beschreiben, aber man muss flexibel bleiben – es hängt alles von der Art und dem Umfang des Unternehmens ab. Ich versuche, über die Gründer hinauszuschauen, nach weiteren Möglichkeiten zu suchen, und wenn ich viel Potenzial sehe, bin ich bereit, voll und ganz auf das Unternehmen zu setzen.
Wie entscheidest du, in welches Startup du investieren möchtest?
Es gibt eine Reihe von Merkmalen, nach denen ich suche. Da ist zunächst einmal die Idee selbst – sie muss meine Aufmerksamkeit von der ersten Minute an fesseln. Ich würde sagen, ich suche gerne nach Investitionen, die herausstechen, irgendwie anders sind, ein überraschendes Konzept oder eine überraschende Denkweise haben. Genau so wichtig ist das Gründungsteam. Zudem sind Transparenz und die Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen, entscheidend.
Es stellt sich für mich auch die Frage, ob die potenzielle Investition zu meinem bestehenden Portfolio passt – gäbe es Möglichkeiten, Synergien mit anderen Unternehmen zu schaffen? Ich berücksichtige auch die Flexibilität des Projekts und die Möglichkeit, es in anderen Bereichen oder auf anderen Märkten anzupassen.
In welche Branchen investierest du am liebsten?
Da ich gerne über Synergien mit meinen bestehenden Unternehmen und Investitionen nachdenke, konzentriere ich mich hauptsächlich auf Immobilien, Gastgewerbe und alle damit verbundenen Bereiche.
In wie viele Startups investierst du pro Jahr und in welcher Höhe?
Ich schränke mich nicht gerne ein, daher hängt alles von den Startups und ihren Konzepten ab. Ich habe jeweils jedes Jahr in bis zu 10 Startups investiert, mit Investitionen von bis zu mehreren hunderttausend Schweizer Franken.
Wie läuft der Prozess von Kennenlernen bis Investition ab?
Zunächst muss man sich mit dem Unternehmen vertraut machen: das Konzept kennenlernen und die direkt verantwortlichen Personen treffen. Später muss man die interne Struktur analysieren und die Mitarbeiter kennenlernen. Ich glaube, der einzige Weg, ein grossartiges Produkt oder eine grossartige Dienstleistung zu entwickeln und auf dem Markt erfolgreich zu sein, ist ein leidenschaftliches und engagiertes Team.
Kannst du uns von einer erfolgreichen und eine gescheiterten Investition erzählen?
Mein grösster Investitionserfolg ist wohl das Unternehmen MyCamper, eine Sharing-Plattform für Wohnmobile und Wohnwagen. Es ist sehr erfolgreich, und wir haben bereits die zweite Finanzierungsrunde abgeschlossen. Ich glaube nicht, dass es einen Fall gab, den ich guten Gewissens als Fehlschlag bezeichnen könnte. Ich lerne bei jeder Verhandlung etwas dazu, und selbst wenn wir uns in der Verhandlung nicht finden können, behalte ich das Startup weiterhin im Auge. 2017 beschloss ich, zum ersten Mal in eine App zu investieren. Es ging um einee App, der Anbieter von Serviced Apartments mit ihren Gästen zusammenbrachte. Leider wurden einige Fakten und Zahlen von den Eigentümern der App nicht offengelegt; sie verschwiegen Details, die zeigten, dass das Geschäftsmodell angepasst werden musste. Die Investition verlief nicht so gut, wie ich erwartet hatte. Ich habe meine Lektion gelernt, ebenso wie der Eigentümer der App.
Wie stark bringst du dich als Investorin ins Startup ein?
Ich würde sagen, ich behalte die Investition gerne genau im Auge. Ich möchte das Konzept von A bis Z kennenlernen und verstehen. Gleichzeitig ist es wichtig, nicht zu weit zu gehen und den Gründern nicht im Weg zu stehen. Manche Gründerinnen und Gründer haben ihr ganzes Leben lang an dieser Idee gearbeitet, haben nachgedacht, das Konzept analysiert und verfeinert und Lösungen für die Probleme und Hindernisse gefunden. Ich möchte mich nicht einfach einmischen und das ganze Unternehmen auf den Kopf stellen.
Ich sehe mich als Beraterin, die einen neuen, frischen Blick einbringt. Durch meine unternehmerische Erfahrung habe ich viele Kontakte geknüpft und wunderbare Menschen kennengelernt, Experten auf ihrem Gebiet, auf die ich mich verlassen kann. Es sind Menschen, die ihre Arbeit mit Leidenschaft ausüben und ihr Handwerk hervorragend beherrschen. Ihre Meinungen und Empfehlungen sind mir sehr wichtig.
Dennoch muss ich meine Investitionen weiterhin im Auge behalten. Ich analysiere die regelmässigen Erfolgsberichte und Reportings gründlich und melde mich, wenn mir etwas nicht passend oder sinnvoll scheint.
Was sind deine Tipps für Startups, die auf der Suche nach Investoren sind?
Das Wichtigste ist eine innovative Idee mit Wachstumspotenzial. Obwohl es viele moderne Wege gibt, Investoren zu kontaktieren, funktioniert meiner Erfahrung nach ein breites Kontaktnetzwerk am besten. Gute Ideen verbreiten sich schnell, und Mundpropaganda ist nach wie vor sehr wirkungsvoll.
Was sind deiner Meinung nach die häufigsten Fehler, die Startups bei der Investorensuche machen?
Ich würde sagen, das grösste Problem von Startups in der Anfangsphase ist mangelnde Transparenz und ein allgemeines Misstrauen gegenüber potenziellen Investoren. Manche Unternehmen machen sich zudem auf die Suche nach Investoren, ohne ausreichend vorbereitet zu sein, ohne einen konkreten Plan und ohne eine fundierte Analyse. Investoren wollen ein funktionierendes Geschäftsmodell und einen gut ausgearbeiteten Plan für die Zukunft sehen.
Warum investierst du in Startups?
Ich denke, es ist die Möglichkeit, mitzuerleben, wie neue Ideen und Projekte zum Leben erweckt werden, und verschiedene Geschäftsansätze kennenzulernen. Ich erinnere mich noch gut daran, als ich VISIONAPARTMENTS von Grund auf aufgebaut habe – an die Zufriedenheit, die Emotionen und den Nervenkitzel, wenn man sieht, wie das eigene Unternehmen wächst und expandiert. Es ist ein grossartiges Gefühl, wenn sich die Puzzleteile zusammenfügen und ein erfolgreiches und tragfähiges Geschäftsprojekt entsteht.
Warum sollten Startups dich als Investorin wählen?
Ich bin eine erfahrene Unternehmerin und Investorin mit einer beeindruckenden Erfolgsbilanz. Ich verfüge über ein umfangreiches Netzwerk an Geschäftskontakten, das ich mir in meiner über 20-jährigen Karriere als Unternehmerin aufgebaut habe, und scheue mich nicht davor, in kreative, innovative Projekte zu investieren.



