TALPA-Inspection bringt eine neue Dimension in die Inspektion von Infrastrukturen. Als Spin-off der ETH Zürich entwickelt das Startup ein Sensorsystem, das Korrosionsprozesse berührungslos, effizient und punktgenau sichtbar macht und will damit künftig auch vorausschauende Wartung ermöglichen.
Weltweit gibt es Millionen Infrastrukturbauten aus Stahlbeton, Brücken, Stützmauern, Tunnel. Viele davon sind Jahrzehnte alt und sanierungsbedürftig, ohne dass ihr Zustand zuverlässig dokumentiert wäre. Klassische Inspektionen sind zeitaufwendig, teuer und oft nur reaktiv. Schäden werden erkannt, wenn sie bereits sichtbar oder gravierend sind. Genau das will TALPA ändern.
Elektrochemische Signale kontaktlos erfassen
Das 2025 gegründete Startup aus Zürich setzt auf ein Sensorsystem, das elektrochemische Signale kontaktlos erfasst, mit Algorithmen auswertet und auf ein digitales 3D-Modell projiziert. Ziel ist es, das Fortschreiten von Korrosion nicht nur zu erkennen, sondern zu prognostizieren und dadurch den Schritt von reaktiver zu vorausschauender Wartung zu ermöglichen.
TALPAs Sensoren basieren auf elektrochemischen Verfahren, wie sie aus der Labormesstechnik bekannt sind. Im Unterschied zu bisherigen Methoden benötigt das System jedoch keinen direkten Kontakt zur Betonoberfläche. Drohnen oder andere Roboterplattformen können die Daten berührungslos erfassen, selbst an schwer zugänglichen Stellen wie Brückenpfeilern über Wasserläufen.
Die Technologie erreicht eine Flächenleistung von 100 Quadratmetern pro Stunde, herkömmliche manuelle Verfahren liegen bei etwa 30, andere robotische Lösungen bei 10. Die Genauigkeit der Lokalisierung liegt im Zentimeterbereich. Die Auswertung orientiert sich an anerkannten Standards wie der SIA 4018 oder ASTM C876 und basiert auf der Überlagerung von Mehrjahresdaten. So lassen sich Aussagen über die künftige Ausbreitung von Korrosionsherden treffen, entscheidend für gezielte Instandsetzung statt flächigem Rückbau.
Ein Startup mit wissenschaftlichem Rückgrat
Hinter TALPA stehen die beiden Gründer Federico und Lukas, die sich während ihrer Forschung an der ETH Zürich kennengelernt haben. Federico promovierte im Bereich elektrochemischer Schutzmechanismen, Lukas arbeitete an Korrosionsdetektion in unterirdischen Bauwerken. Ihr gemeinsamer Antrieb: Das Know-how aus der Forschung in die Praxis zu bringen.
Entwickelt wurde das System im Rahmen der ETH-Forschungsgruppe «Durability of Engineering Materials» unter Prof. Dr. Ueli Angst. Unterstützt wird TALPA durch Innosuisse, BRIDGE und die Gebert Rüf Stiftung, sowie durch Infrastrukturbesitzer, die das System bereits auf realen Bauwerken einsetzen. Brücken und Stützmauern stehen im Fokus, doch die Technologie lässt sich auch auf Energieinfrastruktur übertragen.
Neben der Datenerfassung liegt TALPAs Zukunft in der Analyse. Mithilfe digitaler Zwillinge lassen sich Zustandsverläufe über Jahre hinweg modellieren, potenzielle Schwachstellen früh erkennen und punktgenau sanieren. Die Vision: Eine Plattform, die Bauwerksdaten nicht nur sammelt, sondern fundierte Handlungsempfehlungen für Eigentümer, Inspektionsfirmen und Planer liefert.
Produkt ist bereit für den Markteintritt
Für den Markteintritt ist TALPA bereit. Erste Pilotprojekte liefen erfolgreich, die Rückmeldungen zu Genauigkeit und Anwendbarkeit sind positiv. Das System ist robust, intuitiv und erlaubt es, auf schweres Gerät wie Kräne oder Gerüste zu verzichten. Eine Inspektion, die früher Wochen dauerte, lässt sich nun in wenigen Tagen abschliessen.
Technologisch arbeitet TALPA an zwei Strängen gleichzeitig: vollautomatisierter Robotik und datenbasierter Entscheidungsunterstützung. Das Zusammenspiel beider Elemente soll zu präziserem Monitoring, effizienteren Wartungszyklen und grösserer Sicherheit führen.
Langfristig will TALPA zum Standard für Korrosionsanalytik und Infrastrukturintelligenz werden. Das Ziel ist nicht, bestehende Methoden zu ersetzen, sondern sie zu verbessern, mit einem pragmatischen Ansatz, der Planung, Bau und Unterhalt besser verzahnt.
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TALPA-Inspection bringt eine neue Dimension in die Inspektion von Infrastrukturen. Als Spin-off der ETH Zürich entwickelt das Startup ein Sensorsystem, das Korrosionsprozesse berührungslos, effizient und punktgenau sichtbar macht und will damit künftig auch vorausschauende Wartung ermöglichen.
Weltweit gibt es Millionen Infrastrukturbauten aus Stahlbeton, Brücken, Stützmauern, Tunnel. Viele davon sind Jahrzehnte alt und sanierungsbedürftig, ohne dass ihr Zustand zuverlässig dokumentiert wäre. Klassische Inspektionen sind zeitaufwendig, teuer und oft nur reaktiv. Schäden werden erkannt, wenn sie bereits sichtbar oder gravierend sind. Genau das will TALPA ändern.
Elektrochemische Signale kontaktlos erfassen
Das 2025 gegründete Startup aus Zürich setzt auf ein Sensorsystem, das elektrochemische Signale kontaktlos erfasst, mit Algorithmen auswertet und auf ein digitales 3D-Modell projiziert. Ziel ist es, das Fortschreiten von Korrosion nicht nur zu erkennen, sondern zu prognostizieren und dadurch den Schritt von reaktiver zu vorausschauender Wartung zu ermöglichen.
TALPAs Sensoren basieren auf elektrochemischen Verfahren, wie sie aus der Labormesstechnik bekannt sind. Im Unterschied zu bisherigen Methoden benötigt das System jedoch keinen direkten Kontakt zur Betonoberfläche. Drohnen oder andere Roboterplattformen können die Daten berührungslos erfassen, selbst an schwer zugänglichen Stellen wie Brückenpfeilern über Wasserläufen.
Die Technologie erreicht eine Flächenleistung von 100 Quadratmetern pro Stunde, herkömmliche manuelle Verfahren liegen bei etwa 30, andere robotische Lösungen bei 10. Die Genauigkeit der Lokalisierung liegt im Zentimeterbereich. Die Auswertung orientiert sich an anerkannten Standards wie der SIA 4018 oder ASTM C876 und basiert auf der Überlagerung von Mehrjahresdaten. So lassen sich Aussagen über die künftige Ausbreitung von Korrosionsherden treffen, entscheidend für gezielte Instandsetzung statt flächigem Rückbau.
Ein Startup mit wissenschaftlichem Rückgrat
Hinter TALPA stehen die beiden Gründer Federico und Lukas, die sich während ihrer Forschung an der ETH Zürich kennengelernt haben. Federico promovierte im Bereich elektrochemischer Schutzmechanismen, Lukas arbeitete an Korrosionsdetektion in unterirdischen Bauwerken. Ihr gemeinsamer Antrieb: Das Know-how aus der Forschung in die Praxis zu bringen.
Entwickelt wurde das System im Rahmen der ETH-Forschungsgruppe «Durability of Engineering Materials» unter Prof. Dr. Ueli Angst. Unterstützt wird TALPA durch Innosuisse, BRIDGE und die Gebert Rüf Stiftung, sowie durch Infrastrukturbesitzer, die das System bereits auf realen Bauwerken einsetzen. Brücken und Stützmauern stehen im Fokus, doch die Technologie lässt sich auch auf Energieinfrastruktur übertragen.
Neben der Datenerfassung liegt TALPAs Zukunft in der Analyse. Mithilfe digitaler Zwillinge lassen sich Zustandsverläufe über Jahre hinweg modellieren, potenzielle Schwachstellen früh erkennen und punktgenau sanieren. Die Vision: Eine Plattform, die Bauwerksdaten nicht nur sammelt, sondern fundierte Handlungsempfehlungen für Eigentümer, Inspektionsfirmen und Planer liefert.
Produkt ist bereit für den Markteintritt
Für den Markteintritt ist TALPA bereit. Erste Pilotprojekte liefen erfolgreich, die Rückmeldungen zu Genauigkeit und Anwendbarkeit sind positiv. Das System ist robust, intuitiv und erlaubt es, auf schweres Gerät wie Kräne oder Gerüste zu verzichten. Eine Inspektion, die früher Wochen dauerte, lässt sich nun in wenigen Tagen abschliessen.
Technologisch arbeitet TALPA an zwei Strängen gleichzeitig: vollautomatisierter Robotik und datenbasierter Entscheidungsunterstützung. Das Zusammenspiel beider Elemente soll zu präziserem Monitoring, effizienteren Wartungszyklen und grösserer Sicherheit führen.
Langfristig will TALPA zum Standard für Korrosionsanalytik und Infrastrukturintelligenz werden. Das Ziel ist nicht, bestehende Methoden zu ersetzen, sondern sie zu verbessern, mit einem pragmatischen Ansatz, der Planung, Bau und Unterhalt besser verzahnt.
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