Teddy Amberg, Co-Gründer von Spicehaus Partners und selbst auch ehemaliger Startup-Gründer verrät im Interview seine Tipps für die Investorensuche, Kriterien für seine Auswahl in Startup-Investments und Vieles mehr.

 

Wie wählst du Startups für ein Investment aus?

 

Wir treffen interessante Startups, die in unserem Investitionsfokus liegen, zu einem ersten Gespräch oder Video-Call. Dabei geht es vor allem darum, das Team kennenzulernen und das Geschäftsmodell zu verstehen. Bei einer positiven ersten Beurteilung folgt die volle Due Diligence sowie die Ausarbeitung der erforderlichen Dokumentation. Der Prozess gestaltet sich typischerweise als Dialog, wobei sich alle Beteiligten besser kennenlernen und klar wird, ob eine Win-Win-Situation vorhanden ist.

 

Welche Art von Investor seid ihr?

 

Wir haben als Business Angels in 18 Startups investiert und waren bei einigen der grössten Schweizer Erfolgsgeschichten wie Bexio (Verkauf an Mobiliar) und MOVU (Verkauf an Baloise) dabei. 2018 haben wir beschlossen, unsere Aktivitäten als Spicehaus Partners zu institutionalisieren und investieren seither als „Vollzeit Business Angels“ mit einem Venture-Capital-Fonds, dem Spicehaus Swiss Venture Fund.

 

Wie entscheidest du, in welches Startup du investieren möchtest?

 

Wir fokussieren uns auf Schweizer Startups im Bereich der Digitalisierung. Dabei bevorzugen wir echte Geschäftsmodelle, welche das Potential haben, nachhaltig selbsttragend zu sein. Wir investieren in frühen Phasen ab «Proof-of-Concept», das heisst fertiges Produkt und erste zahlende Kunden. Zentrales Kriterium bei der Entscheidung ist immer das Team.

Was für Warnsignale halten dich von einem Investment ab?

 

Wenn das Team nicht passt, kommt eine Investition nicht in Frage. Weitere Ausschlusskriterien können in der Struktur liegen. Zum Beispiel wenn das operative Führungsteam bereits am Anfang keine oder nur sehr tiefe Anteile hat, oder wenn die Strategie und das Produkt noch nicht genügend ausgereift sind.

 

 

 

Wie involviert bist du, wenn du beschliesst in ein Startup zu investieren?

 

Wir verstehen uns als aktive Investoren und unterstützen die Startups als Sparring-Partner. Beispielsweise vergleichen wir viele Business Pläne und können Erfahrungen von anderen Startups einbringen, um Wachstumsstrategien oder Preismodelle zu validieren. Das Ziel jeder Investition ist eine Win-Win-Situation zwischen den Gründern und den Investoren, wobei alle das gleiche Ziel haben: die Firma erfolgreich zu machen.

Was erwartest du von einer Investition in ein Startup?

Uns treibt die Vision, die Digitalisierung in der Schweiz voranzutreiben und mit Schweizer Erfindungen weiterhin an der Spitze der Innovation zu stehen. Der Erfolg ist dabei nach unserer Erfahrung vor allem das Resultat von Ausdauer und harter Arbeit – diese Überzeugung müssen alle Beteiligten teilen.

 

 

 

Was sind die häufigsten Fehler, die Startups auf Investorensuche deiner Meinung nach begehen?

 

In den meisten Fällen werden wir sehr professionell und mit konkreten Proposals angesprochen, das heisst wir erhalten eine Unternehmenspräsentation und die wichtigsten Eckdaten zur geplanten Finanzierungsrunde. Etwas verwirrlich ist es, wenn jemand gleichzeitig jedem aus unserem Team per Email und über Social Media die gleiche Nachricht schickt – das ist nicht effizient und sieht nach anonymem Massen-Marketing aus.

 

In welchem finanziellen Rahmen tätigt ihr Investitionen und wie viele Investments in Startups führt ihr pro Jahr durch?

 

Wir investieren in einer ersten Runde zwischen CHF 250’000 bis 500’000 und können später nochmals zusätzlich CHF 1 Mio. als Follow-on investieren. Derzeit planen wir, pro Jahr etwa 8 bis 12 Investitionen abzuschliessen.

 

In welche Branchen investierst du gerne? 

 

Wir fokussieren uns auf Sektoren, die noch grosses Digitalisierungspotenzial haben, darunter beispielsweise Fintech, Proptech, HR oder Education.

Kannst du uns von einer erfolgreichen Investition und einer gescheiterten berichten?

Die erfolgreichen Investitionen sind alle eine Kombination aus einem aussergewöhnlichen Team, viel harter Arbeit und dem richtigen Timing. Zentral ist dabei, ob das Produkt oder die Dienstleistung im Markt wirklich nachgefragt wird, und ob die Kunden dafür zu zahlen bereit sind.
Bei den kritischen Fällen, die wir gesehen haben, gab es entweder ungewünschte Veränderungen im Team oder das Produkt fand nicht den erwarteten Anklang auf dem Markt. In beiden Fällen erschwert sich dadurch das Fundraising und dem Startup geht früher oder später das Geld aus.

Welcher Aspekt des Investierens reizt dich am meisten?

Ein Unternehmen aufzubauen ist eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt. Somit arbeiten wir täglich mit aussergewöhnlichen Menschen zusammen, die sich das überhaupt zutrauen. Diese Einstellung begeistert mich und ich kann von allen Gründerinnen und Gründern etwas lernen.

Wieso sollen Startups Spicehaus als Investor wählen?

Ein Startup aufzubauen ist ein Marathon, kein Sprint! Wir unterstützen unsere Beteiligungen aktiv und sind auch dann ein konstruktiver Partner, wenn es einmal nicht nach Plan läuft. Dabei können wir unsere Erfahrungen als Unternehmer und aus dem institutionellen Geschäft einbringen.

Author: Redaktion

Redaktion

FOUNDED

Videoformat

“23 Questions mit…”

In unserem neuen Format stellen wir Gründerinnen, Gründern oder Teammitgliedern 23 Fragen in einem One-Take – während wir durch die Firma gehen. Kein Skript, kein Cut, kein Studio. Nur echtes Startup-Leben.

23 Questions mit Scewo. 

Interview
Erfolgsgeschichten
Scaleups
Startups
Tipps
Geistiges Eigentum
Female Entrepreneur
Investoren & Fundraising

 

Teddy Amberg, Co-Gründer von Spicehaus Partners und selbst auch ehemaliger Startup-Gründer verrät im Interview seine Tipps für die Investorensuche, Kriterien für seine Auswahl in Startup-Investments und Vieles mehr.

 

Wie wählst du Startups für ein Investment aus?

 

Wir treffen interessante Startups, die in unserem Investitionsfokus liegen, zu einem ersten Gespräch oder Video-Call. Dabei geht es vor allem darum, das Team kennenzulernen und das Geschäftsmodell zu verstehen. Bei einer positiven ersten Beurteilung folgt die volle Due Diligence sowie die Ausarbeitung der erforderlichen Dokumentation. Der Prozess gestaltet sich typischerweise als Dialog, wobei sich alle Beteiligten besser kennenlernen und klar wird, ob eine Win-Win-Situation vorhanden ist.

 

Welche Art von Investor seid ihr?

 

Wir haben als Business Angels in 18 Startups investiert und waren bei einigen der grössten Schweizer Erfolgsgeschichten wie Bexio (Verkauf an Mobiliar) und MOVU (Verkauf an Baloise) dabei. 2018 haben wir beschlossen, unsere Aktivitäten als Spicehaus Partners zu institutionalisieren und investieren seither als „Vollzeit Business Angels“ mit einem Venture-Capital-Fonds, dem Spicehaus Swiss Venture Fund.

 

Wie entscheidest du, in welches Startup du investieren möchtest?

 

Wir fokussieren uns auf Schweizer Startups im Bereich der Digitalisierung. Dabei bevorzugen wir echte Geschäftsmodelle, welche das Potential haben, nachhaltig selbsttragend zu sein. Wir investieren in frühen Phasen ab «Proof-of-Concept», das heisst fertiges Produkt und erste zahlende Kunden. Zentrales Kriterium bei der Entscheidung ist immer das Team.

Was für Warnsignale halten dich von einem Investment ab?

 

Wenn das Team nicht passt, kommt eine Investition nicht in Frage. Weitere Ausschlusskriterien können in der Struktur liegen. Zum Beispiel wenn das operative Führungsteam bereits am Anfang keine oder nur sehr tiefe Anteile hat, oder wenn die Strategie und das Produkt noch nicht genügend ausgereift sind.

 

 

 

Wie involviert bist du, wenn du beschliesst in ein Startup zu investieren?

 

Wir verstehen uns als aktive Investoren und unterstützen die Startups als Sparring-Partner. Beispielsweise vergleichen wir viele Business Pläne und können Erfahrungen von anderen Startups einbringen, um Wachstumsstrategien oder Preismodelle zu validieren. Das Ziel jeder Investition ist eine Win-Win-Situation zwischen den Gründern und den Investoren, wobei alle das gleiche Ziel haben: die Firma erfolgreich zu machen.

Was erwartest du von einer Investition in ein Startup?

Uns treibt die Vision, die Digitalisierung in der Schweiz voranzutreiben und mit Schweizer Erfindungen weiterhin an der Spitze der Innovation zu stehen. Der Erfolg ist dabei nach unserer Erfahrung vor allem das Resultat von Ausdauer und harter Arbeit – diese Überzeugung müssen alle Beteiligten teilen.

 

 

 

Was sind die häufigsten Fehler, die Startups auf Investorensuche deiner Meinung nach begehen?

 

In den meisten Fällen werden wir sehr professionell und mit konkreten Proposals angesprochen, das heisst wir erhalten eine Unternehmenspräsentation und die wichtigsten Eckdaten zur geplanten Finanzierungsrunde. Etwas verwirrlich ist es, wenn jemand gleichzeitig jedem aus unserem Team per Email und über Social Media die gleiche Nachricht schickt – das ist nicht effizient und sieht nach anonymem Massen-Marketing aus.

 

In welchem finanziellen Rahmen tätigt ihr Investitionen und wie viele Investments in Startups führt ihr pro Jahr durch?

 

Wir investieren in einer ersten Runde zwischen CHF 250’000 bis 500’000 und können später nochmals zusätzlich CHF 1 Mio. als Follow-on investieren. Derzeit planen wir, pro Jahr etwa 8 bis 12 Investitionen abzuschliessen.

 

In welche Branchen investierst du gerne? 

 

Wir fokussieren uns auf Sektoren, die noch grosses Digitalisierungspotenzial haben, darunter beispielsweise Fintech, Proptech, HR oder Education.

Kannst du uns von einer erfolgreichen Investition und einer gescheiterten berichten?

Die erfolgreichen Investitionen sind alle eine Kombination aus einem aussergewöhnlichen Team, viel harter Arbeit und dem richtigen Timing. Zentral ist dabei, ob das Produkt oder die Dienstleistung im Markt wirklich nachgefragt wird, und ob die Kunden dafür zu zahlen bereit sind.
Bei den kritischen Fällen, die wir gesehen haben, gab es entweder ungewünschte Veränderungen im Team oder das Produkt fand nicht den erwarteten Anklang auf dem Markt. In beiden Fällen erschwert sich dadurch das Fundraising und dem Startup geht früher oder später das Geld aus.

Welcher Aspekt des Investierens reizt dich am meisten?

Ein Unternehmen aufzubauen ist eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt. Somit arbeiten wir täglich mit aussergewöhnlichen Menschen zusammen, die sich das überhaupt zutrauen. Diese Einstellung begeistert mich und ich kann von allen Gründerinnen und Gründern etwas lernen.

Wieso sollen Startups Spicehaus als Investor wählen?

Ein Startup aufzubauen ist ein Marathon, kein Sprint! Wir unterstützen unsere Beteiligungen aktiv und sind auch dann ein konstruktiver Partner, wenn es einmal nicht nach Plan läuft. Dabei können wir unsere Erfahrungen als Unternehmer und aus dem institutionellen Geschäft einbringen.