Billoba will den Sportmaterialmarkt verändern. Das junge Zürcher Startup entwickelt eine pflanzenbasierte Schaumgummitechnologie, die herkömmliches Neopren ersetzt und zugleich leistungsstärker, langlebiger und deutlich nachhaltiger ist. Was als Frustmoment nach einem Surftrip begann, wird nun zu einer neuen Generation von Materialien für Wetsuits, Yoga und darüber hinaus.
Viele Sportprodukte bestehen bis heute aus Neopren. Das Material ist schwer recycelbar, basiert auf fossilen Rohstoffen und enthält oft Zusatzstoffe, die weder der Umwelt noch der Haut guttun. Die Gründerinnen und Gründer von Billoba erlebten diese Schwächen am eigenen Körper. Nach einem Surftrip in Biarritz lösten sich die Nähte ihrer teuren Wetsuits bereits nach wenigen Tagen, und Teile der Klebeschicht trieben als Rückstände im Wasser. Was als einzelnes Ärgernis begann, wurde zur Liste von über einem Dutzend Problemen, die viele Sportlerinnen und Sportler seit Jahren kennen.
Diese Erkenntnis war der Ausgangspunkt für eine grössere Frage. Warum gibt es im Wetsuitmarkt kaum Innovation, während andere Sportbereiche, etwa Laufschuhe, längst Fortschritte erzielt haben. Und weshalb gibt es keine echte Alternative zu einem Material, das Natur und Athleten gleichermassen belastet.
Billoba entstand Anfang 2025 aus einem Team, das Technik, Produktentwicklung und sportliche Praxis verbindet. Jonathann Magne bringt langjährige B2B-Erfahrung ein, Benoît Schnell Materialwissenschaft und Innovationskraft aus der Gummiindustrie. Ashley Reese fokussiert auf nutzerzentrierte Produktentwicklung, und die professionelle Windsurferin und Materialingenieurin Maria Schälin liefert wertvolle Einblicke aus dem Spitzensport.
Gemeinsam entwickeln sie einen pflanzenbasierten Schaumgummi, der Neopren funktional ersetzt und zugleich einen viel kleineren ökologischen Fussabdruck hat. Ihr Ansatz berücksichtigt nicht nur den Rohstoff, sondern die gesamte Rezeptur. Denn selbst Alternativen wie sogenanntes Geopren basieren auf energieintensiver Kalksteinverarbeitung oder enthalten fossile Füllstoffe und chemische Zusätze. Billoba will dieses Problem ganzheitlich lösen.
Ein Material für mehrere Branchen
Der erste Prototyp richtet sich an Wetsuits. Gleichzeitig lässt sich das Material für andere Bereiche anpassen, etwa Yoga, Wassersporttaschen oder Sportausrüstung. Yoga ist ein Beispiel, bei dem viele Matten aus PVC bestehen, einem Material, das bei Hitze schädliche Stoffe freisetzen kann. Natürlicher Kautschuk ist eine Alternative, verursacht aber Allergien und hält nicht lange. Billobas Material löst beide Herausforderungen und eignet sich daher auch für diesen Markt.
Die Gründer testen ihre Innovation in Labors der ZHAW, arbeiten mit standardisierten Leistungstests und planen, Prototypen im realen Sporteinsatz zu erproben. Durch die Verbindung aus Wissenschaft und Athletenerfahrung entsteht ein Produkt, das Leistung, Komfort und Nachhaltigkeit vereint.
Billobas Mission ist klar. Sie wollen die Wahl zwischen nachhaltigen und leistungsstarken Materialien überflüssig machen. In ihrem Prozess gilt ein einfaches Prinzip. Ein umweltfreundlicher Stoff, der schlechter performt, setzt die gesamte Bewegung zurück. Daher entwickeln sie nur Lösungen, die mindestens so leistungsfähig sind wie die weniger nachhaltigen Alternativen.
Ihre Vision geht über das Material selbst hinaus. Sie wollen das Gefühl verändern, das Athleten in ihrem Equipment haben. Ob gefrorene Wetsuits beim Tauchen oder unangenehme Gerüche in der Yogastunde, viele Produkte lassen bis heute zu wünschen übrig. Billoba sieht darin eine Chance für eine ganze Branche, sich neu zu erfinden.
Das Startup wird von Innosuisse, Venture Kick und der ZHAW unterstützt. Diese Partnerschaften stärken Forschung, Glaubwürdigkeit und Zugang zu Laborequipment. Die Vermarktung erfolgt als B2B-Modell. Billoba lizenziert das Material an Hersteller und arbeitet parallel eng mit Marken zusammen, die Einfluss auf die Materialauswahl ihrer Produzenten haben.
Die Nachfrage kommt zuerst aus dem Wetsuitmarkt. Gleichzeitig entwickelt das Team eine neue nachhaltige Rezeptur für High-End-Armbänder in der Schweizer Uhrenindustrie. Die Technologie kann viele Bereiche verändern und bietet eine Grundlage für weitere umweltfreundliche Innovationen in Sport und Lifestyle.
Am Anfang stand ein gescheiterter Wetsuit. Heute entwickelt Billoba ein Material, das die Branche verändern könnte. Wenn das Team seine Vision verwirklicht, wird nachhaltige Performance bald kein Kompromiss mehr sein.
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In unserem neuen Format stellen wir Gründerinnen, Gründern oder Teammitgliedern 23 Fragen in einem One-Take – während wir durch die Firma gehen. Kein Skript, kein Cut, kein Studio. Nur echtes Startup-Leben.
23 Questions mit Scewo.
Billoba will den Sportmaterialmarkt verändern. Das junge Zürcher Startup entwickelt eine pflanzenbasierte Schaumgummitechnologie, die herkömmliches Neopren ersetzt und zugleich leistungsstärker, langlebiger und deutlich nachhaltiger ist. Was als Frustmoment nach einem Surftrip begann, wird nun zu einer neuen Generation von Materialien für Wetsuits, Yoga und darüber hinaus.
Viele Sportprodukte bestehen bis heute aus Neopren. Das Material ist schwer recycelbar, basiert auf fossilen Rohstoffen und enthält oft Zusatzstoffe, die weder der Umwelt noch der Haut guttun. Die Gründerinnen und Gründer von Billoba erlebten diese Schwächen am eigenen Körper. Nach einem Surftrip in Biarritz lösten sich die Nähte ihrer teuren Wetsuits bereits nach wenigen Tagen, und Teile der Klebeschicht trieben als Rückstände im Wasser. Was als einzelnes Ärgernis begann, wurde zur Liste von über einem Dutzend Problemen, die viele Sportlerinnen und Sportler seit Jahren kennen.
Diese Erkenntnis war der Ausgangspunkt für eine grössere Frage. Warum gibt es im Wetsuitmarkt kaum Innovation, während andere Sportbereiche, etwa Laufschuhe, längst Fortschritte erzielt haben. Und weshalb gibt es keine echte Alternative zu einem Material, das Natur und Athleten gleichermassen belastet.
Billoba entstand Anfang 2025 aus einem Team, das Technik, Produktentwicklung und sportliche Praxis verbindet. Jonathann Magne bringt langjährige B2B-Erfahrung ein, Benoît Schnell Materialwissenschaft und Innovationskraft aus der Gummiindustrie. Ashley Reese fokussiert auf nutzerzentrierte Produktentwicklung, und die professionelle Windsurferin und Materialingenieurin Maria Schälin liefert wertvolle Einblicke aus dem Spitzensport.
Gemeinsam entwickeln sie einen pflanzenbasierten Schaumgummi, der Neopren funktional ersetzt und zugleich einen viel kleineren ökologischen Fussabdruck hat. Ihr Ansatz berücksichtigt nicht nur den Rohstoff, sondern die gesamte Rezeptur. Denn selbst Alternativen wie sogenanntes Geopren basieren auf energieintensiver Kalksteinverarbeitung oder enthalten fossile Füllstoffe und chemische Zusätze. Billoba will dieses Problem ganzheitlich lösen.
Ein Material für mehrere Branchen
Der erste Prototyp richtet sich an Wetsuits. Gleichzeitig lässt sich das Material für andere Bereiche anpassen, etwa Yoga, Wassersporttaschen oder Sportausrüstung. Yoga ist ein Beispiel, bei dem viele Matten aus PVC bestehen, einem Material, das bei Hitze schädliche Stoffe freisetzen kann. Natürlicher Kautschuk ist eine Alternative, verursacht aber Allergien und hält nicht lange. Billobas Material löst beide Herausforderungen und eignet sich daher auch für diesen Markt.
Die Gründer testen ihre Innovation in Labors der ZHAW, arbeiten mit standardisierten Leistungstests und planen, Prototypen im realen Sporteinsatz zu erproben. Durch die Verbindung aus Wissenschaft und Athletenerfahrung entsteht ein Produkt, das Leistung, Komfort und Nachhaltigkeit vereint.
Billobas Mission ist klar. Sie wollen die Wahl zwischen nachhaltigen und leistungsstarken Materialien überflüssig machen. In ihrem Prozess gilt ein einfaches Prinzip. Ein umweltfreundlicher Stoff, der schlechter performt, setzt die gesamte Bewegung zurück. Daher entwickeln sie nur Lösungen, die mindestens so leistungsfähig sind wie die weniger nachhaltigen Alternativen.
Ihre Vision geht über das Material selbst hinaus. Sie wollen das Gefühl verändern, das Athleten in ihrem Equipment haben. Ob gefrorene Wetsuits beim Tauchen oder unangenehme Gerüche in der Yogastunde, viele Produkte lassen bis heute zu wünschen übrig. Billoba sieht darin eine Chance für eine ganze Branche, sich neu zu erfinden.
Das Startup wird von Innosuisse, Venture Kick und der ZHAW unterstützt. Diese Partnerschaften stärken Forschung, Glaubwürdigkeit und Zugang zu Laborequipment. Die Vermarktung erfolgt als B2B-Modell. Billoba lizenziert das Material an Hersteller und arbeitet parallel eng mit Marken zusammen, die Einfluss auf die Materialauswahl ihrer Produzenten haben.
Die Nachfrage kommt zuerst aus dem Wetsuitmarkt. Gleichzeitig entwickelt das Team eine neue nachhaltige Rezeptur für High-End-Armbänder in der Schweizer Uhrenindustrie. Die Technologie kann viele Bereiche verändern und bietet eine Grundlage für weitere umweltfreundliche Innovationen in Sport und Lifestyle.
Am Anfang stand ein gescheiterter Wetsuit. Heute entwickelt Billoba ein Material, das die Branche verändern könnte. Wenn das Team seine Vision verwirklicht, wird nachhaltige Performance bald kein Kompromiss mehr sein.
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