Dreimal neu gestartet: Wie Miros seinen Weg fand

Drei Pivots in drei Jahren: Miros hat sich mehrfach neu erfunden. Die Geschichte zeigt, warum Gründer ihr Ego zurückstellen müssen und wie wichtig es ist, dem Markt zuzuhören.

Miros betreibt heute eine Plattform für flexibel buchbare Arbeitsräume. Über eine App lassen sich private Arbeitsplätze in öffentlichen oder gemeinsam genutzten Orten spontan reservieren. Der Weg dorthin war jedoch alles andere als geradlinig. Das Startup entstand an der EPFL in Lausanne aus einer technologischen Idee. «Am Anfang denkt man oft, dass die Technologie im Mittelpunkt steht», sagt Mitgründer Fabio Zuliani. Wie so oft im Deeptech lag der Fokus zunächst auf der technischen Lösung und weniger auf einem konkreten Marktproblem. Doch schon früh zeigte sich, dass Technologie allein nicht reicht. «Wir mussten lernen, dass es vor allem darum geht, ein echtes Problem zu lösen.»

Drei Pivots in kurzer Zeit

Innerhalb von drei Jahren hat sich Miros gleich dreimal neu ausgerichtet. Jede dieser Veränderungen bedeutete, Annahmen zu hinterfragen und Arbeit hinter sich zu lassen. «Ein Pivot klingt einfach, ist es aber nicht», sagt Zuliani weiter «Man muss Dinge loslassen, in die man viel Zeit und Energie investiert hat.» Besonders schwierig sei der Umgang mit dem eigenen Anspruch gewesen. Wer aus der Forschung komme, identifiziere sich stark mit seiner Lösung. «Man muss akzeptieren, dass die ursprüngliche Idee vielleicht nicht funktioniert, auch wenn man selbst davon überzeugt ist», pflichtet Mitgründer Neil Chennoufi bei.

Mit jedem Schritt entfernte sich Miros vom ursprünglichen Deeptech-Ansatz und näherte sich einem konkreten Produkt. «Am Anfang baut man oft etwas, das technologisch beeindruckend ist. Später versteht man, dass Einfachheit und Klarheit oft viel wichtiger sind.» Heute steht eine einfache, verständliche Anwendung im Fokus, die direkt auf die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer eingeht. Ein Pivot betrifft dabei nicht nur das Produkt, sondern auch das Umfeld. Investoren, Partner und das eigene Team müssen den Wandel mittragen. «Transparenz ist entscheidend», sagt Chennoufi. «Man muss klar kommunizieren, warum man den Kurs ändert.»

Rückblickend sieht das Team die Veränderungen nicht als Rückschläge, sondern als Teil des Prozesses. Entscheidend sei, flexibel zu bleiben und sich weiterzuentwickeln. Die wichtigste Erkenntnis: Das eigene Ego darf nicht im Weg stehen. Am Ende setze sich nämlich nicht die beste Idee durch, sondern die, die am besten zum Markt passt.

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Lothar Bazzanella

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Miros betreibt heute eine Plattform für flexibel buchbare Arbeitsräume. Über eine App lassen sich private Arbeitsplätze in öffentlichen oder gemeinsam genutzten Orten spontan reservieren. Der Weg dorthin war jedoch alles andere als geradlinig. Das Startup entstand an der EPFL in Lausanne aus einer technologischen Idee. «Am Anfang denkt man oft, dass die Technologie im Mittelpunkt steht», sagt Mitgründer Fabio Zuliani. Wie so oft im Deeptech lag der Fokus zunächst auf der technischen Lösung und weniger auf einem konkreten Marktproblem. Doch schon früh zeigte sich, dass Technologie allein nicht reicht. «Wir mussten lernen, dass es vor allem darum geht, ein echtes Problem zu lösen.»

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Innerhalb von drei Jahren hat sich Miros gleich dreimal neu ausgerichtet. Jede dieser Veränderungen bedeutete, Annahmen zu hinterfragen und Arbeit hinter sich zu lassen. «Ein Pivot klingt einfach, ist es aber nicht», sagt Zuliani weiter «Man muss Dinge loslassen, in die man viel Zeit und Energie investiert hat.» Besonders schwierig sei der Umgang mit dem eigenen Anspruch gewesen. Wer aus der Forschung komme, identifiziere sich stark mit seiner Lösung. «Man muss akzeptieren, dass die ursprüngliche Idee vielleicht nicht funktioniert, auch wenn man selbst davon überzeugt ist», pflichtet Mitgründer Neil Chennoufi bei.

Mit jedem Schritt entfernte sich Miros vom ursprünglichen Deeptech-Ansatz und näherte sich einem konkreten Produkt. «Am Anfang baut man oft etwas, das technologisch beeindruckend ist. Später versteht man, dass Einfachheit und Klarheit oft viel wichtiger sind.» Heute steht eine einfache, verständliche Anwendung im Fokus, die direkt auf die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer eingeht. Ein Pivot betrifft dabei nicht nur das Produkt, sondern auch das Umfeld. Investoren, Partner und das eigene Team müssen den Wandel mittragen. «Transparenz ist entscheidend», sagt Chennoufi. «Man muss klar kommunizieren, warum man den Kurs ändert.»

Rückblickend sieht das Team die Veränderungen nicht als Rückschläge, sondern als Teil des Prozesses. Entscheidend sei, flexibel zu bleiben und sich weiterzuentwickeln. Die wichtigste Erkenntnis: Das eigene Ego darf nicht im Weg stehen. Am Ende setze sich nämlich nicht die beste Idee durch, sondern die, die am besten zum Markt passt.

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