Das Schweizer Startup Recoal arbeitet an einer Technologie, mit der CO₂ dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt wird. Grundlage sind Biomassereste aus industriellen Prozessen. Die Idee entstand aus einer ganz konkreten Erfahrung in der Industrie.
Die Ausgangsfrage kam nicht aus einem Forschungsprojekt, sondern aus der Praxis. Pirmin Aregger, heute CEO von Recoal, arbeitete in der Lebensmittelindustrie. Dort wurde ihm bewusst, welche Grössenordnungen industrielle Emissionen erreichen können. Der Betrieb, für den er mitverantwortlich war, verursachte rund eine Million Tonnen CO₂ pro Jahr. „Dieser Moment hat etwas ausgelöst“, sagt Aregger. Wenn Wertschöpfungsketten mit Biomasse arbeiten und solche Mengen CO₂ ausstossen, müsste es doch auch möglich sein, vergleichbare Mengen wieder aus der Atmosphäre zu entfernen. Aus dieser Überlegung entstand die Idee für Recoal.
Zwei Probleme, eine Lösung
Der Ansatz verbindet zwei Dinge, die in vielen Industrien gleichzeitig auftreten. Einerseits entstehen grosse Mengen Biomassereste, die nicht optimal genutzt werden. Andererseits wächst der Bedarf nach Technologien, mit denen CO₂ dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt werden kann. Recoal versucht, beides zusammenzubringen.
Vom Reststoff zur CO₂-Senke
Vereinfacht gesagt nutzt Recoal Biomasse als Ausgangspunkt. Pflanzen nehmen während ihres Wachstums CO₂ aus der Atmosphäre auf. Wenn diese Biomasse verarbeitet wird, bleibt der darin enthaltene Kohlenstoff erhalten. Recoal wandelt diese Biomasse in einem thermischen Prozess in ein stabiles Kohlenstoffmaterial um, das langfristig gespeichert werden kann. So bleibt der Kohlenstoff langfristig gebunden, statt wieder als CO₂ in die Atmosphäre zu gelangen.
Vom Pilot zur Skalierung
Das Team arbeitet aktuell mit einer Pilotanlage, um die Technologie unter realen Bedingungen zu testen. Parallel dazu sucht Recoal weitere Partnerschaften mit Unternehmen, die bereits über industrielle Infrastruktur verfügen. Genau dort sind viele der Biomassereste vorhanden, die für das Verfahren genutzt werden können. Für das Startup ist dabei vor allem die Skalierung entscheidend. Einzelne Kleinprojekte reichen nicht aus, wenn es um Klimaziele geht. Es braucht Lösungen, die grosse Mengen CO₂ entfernen können. Der Erfolg lässt sich zudem klar messen. Am Ende zählt vor allem eine Zahl. Wie viele Tonnen CO₂ dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt wurden.
Ein kleines Team mit industriellem Hintergrund
Recoal ist derzeit noch ein kleines Unternehmen. Das Team besteht aus sieben Personen mit unterschiedlichen Hintergründen. Entscheidend ist für Aregger vor allem die Industrieerfahrung. Bei Technologien zur CO₂-Entfernung geht es nicht um kleine Experimente im Labor. Es geht um Prozesse, die mit grossen Materialmengen arbeiten und in bestehende industrielle Abläufe integriert werden können.
Die Schweiz dient dem Unternehmen dabei als Ausgangspunkt. Hier entwickelt das Team seine Technologie und baut Know-how auf. Für die spätere Skalierung schaut Recoal jedoch auch auf andere Regionen.
Warum Brasilien relevant wird
Brasilien ist aus Sicht des Unternehmens besonders interessant. Dort gibt es grosse Mengen an Biomasseresten sowie geeignete Möglichkeiten zur langfristigen Speicherung von Kohlenstoff. Das langfristige Ziel ist ehrgeizig. Bis 2031 möchte Recoal insgesamt eine Million Tonnen CO₂ aus der Atmosphäre entfernt haben. Für Aregger steht dabei weniger ein einzelnes Unternehmen im Mittelpunkt, sondern eine ganze Branche. Technologien zur CO₂-Entfernung werden seiner Ansicht nach eine zentrale Rolle spielen, wenn Unternehmen und Länder ihre Klimaziele erreichen wollen. Oder kurz gesagt: Ohne CO₂-Entfernung wird Net Zero nicht erreichbar sein.
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Das Schweizer Startup Recoal arbeitet an einer Technologie, mit der CO₂ dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt wird. Grundlage sind Biomassereste aus industriellen Prozessen. Die Idee entstand aus einer ganz konkreten Erfahrung in der Industrie.
Die Ausgangsfrage kam nicht aus einem Forschungsprojekt, sondern aus der Praxis. Pirmin Aregger, heute CEO von Recoal, arbeitete in der Lebensmittelindustrie. Dort wurde ihm bewusst, welche Grössenordnungen industrielle Emissionen erreichen können. Der Betrieb, für den er mitverantwortlich war, verursachte rund eine Million Tonnen CO₂ pro Jahr. „Dieser Moment hat etwas ausgelöst“, sagt Aregger. Wenn Wertschöpfungsketten mit Biomasse arbeiten und solche Mengen CO₂ ausstossen, müsste es doch auch möglich sein, vergleichbare Mengen wieder aus der Atmosphäre zu entfernen. Aus dieser Überlegung entstand die Idee für Recoal.
Zwei Probleme, eine Lösung
Der Ansatz verbindet zwei Dinge, die in vielen Industrien gleichzeitig auftreten. Einerseits entstehen grosse Mengen Biomassereste, die nicht optimal genutzt werden. Andererseits wächst der Bedarf nach Technologien, mit denen CO₂ dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt werden kann. Recoal versucht, beides zusammenzubringen.
Vom Reststoff zur CO₂-Senke
Vereinfacht gesagt nutzt Recoal Biomasse als Ausgangspunkt. Pflanzen nehmen während ihres Wachstums CO₂ aus der Atmosphäre auf. Wenn diese Biomasse verarbeitet wird, bleibt der darin enthaltene Kohlenstoff erhalten. Recoal wandelt diese Biomasse in einem thermischen Prozess in ein stabiles Kohlenstoffmaterial um, das langfristig gespeichert werden kann. So bleibt der Kohlenstoff langfristig gebunden, statt wieder als CO₂ in die Atmosphäre zu gelangen.
Vom Pilot zur Skalierung
Das Team arbeitet aktuell mit einer Pilotanlage, um die Technologie unter realen Bedingungen zu testen. Parallel dazu sucht Recoal weitere Partnerschaften mit Unternehmen, die bereits über industrielle Infrastruktur verfügen. Genau dort sind viele der Biomassereste vorhanden, die für das Verfahren genutzt werden können. Für das Startup ist dabei vor allem die Skalierung entscheidend. Einzelne Kleinprojekte reichen nicht aus, wenn es um Klimaziele geht. Es braucht Lösungen, die grosse Mengen CO₂ entfernen können. Der Erfolg lässt sich zudem klar messen. Am Ende zählt vor allem eine Zahl. Wie viele Tonnen CO₂ dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt wurden.
Ein kleines Team mit industriellem Hintergrund
Recoal ist derzeit noch ein kleines Unternehmen. Das Team besteht aus sieben Personen mit unterschiedlichen Hintergründen. Entscheidend ist für Aregger vor allem die Industrieerfahrung. Bei Technologien zur CO₂-Entfernung geht es nicht um kleine Experimente im Labor. Es geht um Prozesse, die mit grossen Materialmengen arbeiten und in bestehende industrielle Abläufe integriert werden können.
Die Schweiz dient dem Unternehmen dabei als Ausgangspunkt. Hier entwickelt das Team seine Technologie und baut Know-how auf. Für die spätere Skalierung schaut Recoal jedoch auch auf andere Regionen.
Warum Brasilien relevant wird
Brasilien ist aus Sicht des Unternehmens besonders interessant. Dort gibt es grosse Mengen an Biomasseresten sowie geeignete Möglichkeiten zur langfristigen Speicherung von Kohlenstoff. Das langfristige Ziel ist ehrgeizig. Bis 2031 möchte Recoal insgesamt eine Million Tonnen CO₂ aus der Atmosphäre entfernt haben. Für Aregger steht dabei weniger ein einzelnes Unternehmen im Mittelpunkt, sondern eine ganze Branche. Technologien zur CO₂-Entfernung werden seiner Ansicht nach eine zentrale Rolle spielen, wenn Unternehmen und Länder ihre Klimaziele erreichen wollen. Oder kurz gesagt: Ohne CO₂-Entfernung wird Net Zero nicht erreichbar sein.




