Über 55´000 Unternehmen wurden 2025 in der Schweiz gegründet. Doch nur drei bis fünf Prozent davon sind echte Startups – junge Firmen mit innovativer Geschäftsidee und ambitionierten Wachstumsplänen. Genau in diese Kategorie wollen Mathéo Page und Lorenzo Gysin mit ihrem Projekt «KIWOKO» fallen. Ihre Frage: Wie können wir aus einem Schulprojekt ein Startup machen, das für Business Angels attraktiv ist?
KIWOKO entstand aus der Idee, Familienrezepte und Geschichten aus sieben Ländern zu sammeln und Kindern dabei Fähigkeiten zu vermitteln – ganz ohne Bildschirm. «Wir wollten eine Welt schaffen, in der Generationen voneinander lernen können und mehr Qualitätszeit in der Familie verbracht wird», erklärt Lorenzo. So wurde das Kochbuch zur Grundlage für den Sprung in die Welt des Unternehmertums und zum Herzstück ihrer Maturaarbeit.
Erste Finanzierung, erster Erfolg – und dann?
Mit ihrer Idee gewannen die beiden das YES-Programm und vertraten die Schweiz beim europäischen Wettbewerb in Athen. Möglich wurde das zunächst durch Bootstrapping: voller Einsatz und Verzicht auf persönliche Bedürfnisse. Für die Finanzierung des ersten Buchdrucks kauften Freunde und Familie Partizipationsscheine für 15 Franken – ohne Stimmrecht, aber mit Rückzahlung. Durch 500 verkaufte Exemplare in einem Schuljahr konnte auch die Finanzierung zurückbezahlt werden. Doch wie geht es weiter? «Wir konnten die Praxiserfahrung direkt in unsere Theoriearbeit einbauen», sagt Mathéo. «Das Thema Business Angels und Startups schien dafür optimal.»
Was macht ein Startup für Business Angels attraktiv?
«Neben einem aussichtsreichen Geschäftsmodell und finanzieller Strategie ist das Team entscheidend», betont Lorenzo. «Ein Produkt kann man verändern, aber die Fähigkeiten und den Charakter eines Teams nicht.» Ohne es anfangs zu wissen, setzten sie intuitiv ihr siebenköpfiges Gründerteam bewusst nach Qualitäten zusammen. Business Angels achten auf Verantwortung, klare Rollen und die Fähigkeit, Konflikte zu lösen.

Was müssen Business Angels und Gründer mitbringen?
Business Angels investieren typischerweise zwischen 25´000 und 250´000 Franken. Doch wichtiger als Geld sind Netzwerk und Erfahrung. «Es sind Menschen mit langjähriger Erfahrung, die Unternehmen helfen wollen, auf ein nächstes Level zu kommen», sagt Matheo.
Und was müssen Gründer mitbringen?
- Lorenzo: «Bereitschaft, Überdurchschnittliches zu leisten. Mehr Zeit investieren, als verlangt ist.»
- Matheo: «Wille, Teamgeist, Kommunikationsfähigkeit – Eigenschaften, die alle sieben Gründer auch aus dem Teamsport kennen.»
Sympathie und gemeinsame Freude am Thema sind entscheidend. Absagen erfolgen meist wegen Zweifeln an der Kompetenz der Gründer oder mangelndem Marktpotential.
Organisation und Teamdynamik
Die Schule brachte das Team regelmässig zusammen. Wöchentliche Meetings, klare Rollen und offene Diskussionen prägten die Arbeit. «Am Anfang war es lockerer, später gab es lange Nächte», erinnert sich Lorenzo. Mathéo übernahm als CEO die Entscheidungsgewalt bei Unentschieden, Lorenzo war CMO. Trotz emotionaler Zerreissproben blieb das Team geschlossen.
Die Belastung war enorm: Dokumentationen für Schule, Unternehmen und YES-Programm mussten parallel erstellt werden. Doch die Erfahrung schweisste das Team zusammen.
Wo steht KIWOKO in fünf Jahren?
Noch gibt es keinen konkreten Plan – aber klar ist im Gegensatz zu den meisten anderen Schulprojekten: «Wir machen weiter! Weiterentwickeln, skalieren und den B2B-Vertrieb ausbauen», erklärt Mathéo. Erste Erfolge sind sichtbar: Das Buch ist bereits in einer Buchhandlung erhältlich, weitere sollen folgen. Eine englische Version wurde für Athen produziert, Märkte und Messen stehen auf der Agenda.
Damit wäre das Projekt dann auch bereit, nach einer Finanzierung über Business Angels Ausschau zu halten. Mathéo bringt es auf den Punkt: «Finanzierung ist wichtig, aber das Team und die Freude an dem, was man macht, sind entscheidend. Die Umsetzung bekommt man schon irgendwie hin.»
FOUNDED
Videoformat
“23 Questions mit…”
In unserem neuen Format stellen wir Gründerinnen, Gründern oder Teammitgliedern 23 Fragen in einem One-Take – während wir durch die Firma gehen. Kein Skript, kein Cut, kein Studio. Nur echtes Startup-Leben.
23 Questions mit Scewo.
Über 55´000 Unternehmen wurden 2025 in der Schweiz gegründet. Doch nur drei bis fünf Prozent davon sind echte Startups – junge Firmen mit innovativer Geschäftsidee und ambitionierten Wachstumsplänen. Genau in diese Kategorie wollen Mathéo Page und Lorenzo Gysin mit ihrem Projekt «KIWOKO» fallen. Ihre Frage: Wie können wir aus einem Schulprojekt ein Startup machen, das für Business Angels attraktiv ist?
KIWOKO entstand aus der Idee, Familienrezepte und Geschichten aus sieben Ländern zu sammeln und Kindern dabei Fähigkeiten zu vermitteln – ganz ohne Bildschirm. «Wir wollten eine Welt schaffen, in der Generationen voneinander lernen können und mehr Qualitätszeit in der Familie verbracht wird», erklärt Lorenzo. So wurde das Kochbuch zur Grundlage für den Sprung in die Welt des Unternehmertums und zum Herzstück ihrer Maturaarbeit.
Erste Finanzierung, erster Erfolg – und dann?
Mit ihrer Idee gewannen die beiden das YES-Programm und vertraten die Schweiz beim europäischen Wettbewerb in Athen. Möglich wurde das zunächst durch Bootstrapping: voller Einsatz und Verzicht auf persönliche Bedürfnisse. Für die Finanzierung des ersten Buchdrucks kauften Freunde und Familie Partizipationsscheine für 15 Franken – ohne Stimmrecht, aber mit Rückzahlung. Durch 500 verkaufte Exemplare in einem Schuljahr konnte auch die Finanzierung zurückbezahlt werden. Doch wie geht es weiter? «Wir konnten die Praxiserfahrung direkt in unsere Theoriearbeit einbauen», sagt Mathéo. «Das Thema Business Angels und Startups schien dafür optimal.»
Was macht ein Startup für Business Angels attraktiv?
«Neben einem aussichtsreichen Geschäftsmodell und finanzieller Strategie ist das Team entscheidend», betont Lorenzo. «Ein Produkt kann man verändern, aber die Fähigkeiten und den Charakter eines Teams nicht.» Ohne es anfangs zu wissen, setzten sie intuitiv ihr siebenköpfiges Gründerteam bewusst nach Qualitäten zusammen. Business Angels achten auf Verantwortung, klare Rollen und die Fähigkeit, Konflikte zu lösen.

Was müssen Business Angels und Gründer mitbringen?
Business Angels investieren typischerweise zwischen 25´000 und 250´000 Franken. Doch wichtiger als Geld sind Netzwerk und Erfahrung. «Es sind Menschen mit langjähriger Erfahrung, die Unternehmen helfen wollen, auf ein nächstes Level zu kommen», sagt Matheo.
Und was müssen Gründer mitbringen?
- Lorenzo: «Bereitschaft, Überdurchschnittliches zu leisten. Mehr Zeit investieren, als verlangt ist.»
- Matheo: «Wille, Teamgeist, Kommunikationsfähigkeit – Eigenschaften, die alle sieben Gründer auch aus dem Teamsport kennen.»
Sympathie und gemeinsame Freude am Thema sind entscheidend. Absagen erfolgen meist wegen Zweifeln an der Kompetenz der Gründer oder mangelndem Marktpotential.
Organisation und Teamdynamik
Die Schule brachte das Team regelmässig zusammen. Wöchentliche Meetings, klare Rollen und offene Diskussionen prägten die Arbeit. «Am Anfang war es lockerer, später gab es lange Nächte», erinnert sich Lorenzo. Mathéo übernahm als CEO die Entscheidungsgewalt bei Unentschieden, Lorenzo war CMO. Trotz emotionaler Zerreissproben blieb das Team geschlossen.
Die Belastung war enorm: Dokumentationen für Schule, Unternehmen und YES-Programm mussten parallel erstellt werden. Doch die Erfahrung schweisste das Team zusammen.
Wo steht KIWOKO in fünf Jahren?
Noch gibt es keinen konkreten Plan – aber klar ist im Gegensatz zu den meisten anderen Schulprojekten: «Wir machen weiter! Weiterentwickeln, skalieren und den B2B-Vertrieb ausbauen», erklärt Mathéo. Erste Erfolge sind sichtbar: Das Buch ist bereits in einer Buchhandlung erhältlich, weitere sollen folgen. Eine englische Version wurde für Athen produziert, Märkte und Messen stehen auf der Agenda.
Damit wäre das Projekt dann auch bereit, nach einer Finanzierung über Business Angels Ausschau zu halten. Mathéo bringt es auf den Punkt: «Finanzierung ist wichtig, aber das Team und die Freude an dem, was man macht, sind entscheidend. Die Umsetzung bekommt man schon irgendwie hin.»


