Viele Menschen arbeiten in Schweizer Privathaushalten als Reinigungskräfte, Nannys oder Betreuungspersonen. Ein beträchtlicher Teil davon ohne Anmeldung und soziale Absicherung. Wer eine Haushaltshilfe anstellen will, findet mit dem Zürcher Startup Clino endlich einen einfachen Weg zur legalen Beschäftigung.
Die Idee entstand bei Salvador Jovells zu Hause. Als er eine Reinigungskraft anstellte, stellte er fest, dass sich niemand um die Anmeldung kümmern würde. Also arbeitete er sich selbst durch Vorschriften, Versicherungen und Abrechnungen und entwickelte ein kleines System für die monatlichen Lohnabrechnungen. «Irgendwann dachte ich: Ich habe eigentlich schon ein halbes Produkt für mich selbst gebaut.»
Aus der persönlichen Lösung wurde eine Geschäftsidee. Salvador kannte Menschen, die in Schweizer Haushalten ohne Vertrag oder Versicherung arbeiteten. Mit Clino wollte er eine einfache Alternative schaffen und mehr dieser Beschäftigungsverhältnisse aus der Grauzone holen. Im März 2026 gründete er das Unternehmen, ohne Mitgründende oder externe Investorinnen und Investoren und vollständig aus eigenen Mitteln finanziert.
Schritt für Schritt zur legalen Beschäftigung
Wer eine Reinigungskraft, Nanny, Betreuungsperson oder einen Gärtner beschäftigt, wird von Clino durch die notwendigen Schritte geführt. Die Plattform unterstützt bei Anmeldung und Vertrag, zeigt die benötigten Versicherungen und hilft bei Lohnabrechnungen sowie den Formalitäten am Jahresende. Dabei berücksichtigt sie die Vorgaben aller 26 Kantone. Die potenzielle Zielgruppe ist gross. Salvador verweist auf rund 68’000 Haushalte, die 2024 das vereinfachte AHV-Verfahren nutzten. Gleichzeitig werde die Zahl der Schweizer Haushalte, die Menschen für Arbeiten zu Hause bezahlen, auf 400’000 bis 500’000 geschätzt. Laut Fachleuten könnten 40 bis 80 Prozent dieser Tätigkeiten nicht deklariert sein.
Für Angestellte kann das fehlenden Unfallschutz, keine Beiträge an die Altersvorsorge oder mangelnde Absicherung bei Mutterschaft bedeuten. Dabei sind Haushalte als Arbeitgeber dazu verpflichtet, die Anmeldung, Versicherungen und Abrechnung korrekt zu regeln.

Zwischen Selbermachen und Auslagern
Bisher hatten Haushalte drei Möglichkeiten: die Administration selbst erledigen, einen spezialisierten Dienstleister damit beauftragen oder Personal über eine Agentur beschäftigen. Clino positioniert sich dazwischen. Die Plattform vermittelt kein Personal und übernimmt nicht die Rolle des Arbeitgebers, sondern führt Haushalte durch den Prozess. «Du behältst die Kontrolle, hörst aber auf zu raten, was zu tun ist», sagt Salvador.
Clino ging Anfang April 2026 online. Der ständige Austausch mit der wachsenden Kundschaft sei enorm wertvoll, sagt Salvador: Viele neue Funktionen entstünden aus diesen Gesprächen. Aktuell zählt Clino 28 aktive Haushalte. Salvadors nächstes Ziel sind 100 Kundinnen und Kunden bis Ende 2026 und 1000 bis Ende 2027. Auch diesen Schritt möchte er möglichst ohne externe Investoren schaffen, dafür mit ausgewählten Partnern und einem Geschäftsmodell, das sich aus eigener Kraft trägt.
Facts & Figures
Gründung: März 2026
Sitz: Zürich-Altstetten
Gründer: Salvador Jovells
Kundinnen und Kunden: 28 aktive Haushalte
Finanzierung: Bootstrapped
Ziel: 100 Kundinnen und Kunden bis Ende 2026, 1000 bis Ende 2027

Das könnte dich auch interessieren…
FOUNDED
Videoformat
“23 Questions mit…”
In unserem neuen Format stellen wir Gründerinnen, Gründern oder Teammitgliedern 23 Fragen in einem One-Take – während wir durch die Firma gehen. Kein Skript, kein Cut, kein Studio. Nur echtes Startup-Leben.
23 Questions mit Scewo.
Viele Menschen arbeiten in Schweizer Privathaushalten als Reinigungskräfte, Nannys oder Betreuungspersonen. Ein beträchtlicher Teil davon ohne Anmeldung und soziale Absicherung. Wer eine Haushaltshilfe anstellen will, findet mit dem Zürcher Startup Clino endlich einen einfachen Weg zur legalen Beschäftigung.
Die Idee entstand bei Salvador Jovells zu Hause. Als er eine Reinigungskraft anstellte, stellte er fest, dass sich niemand um die Anmeldung kümmern würde. Also arbeitete er sich selbst durch Vorschriften, Versicherungen und Abrechnungen und entwickelte ein kleines System für die monatlichen Lohnabrechnungen. «Irgendwann dachte ich: Ich habe eigentlich schon ein halbes Produkt für mich selbst gebaut.»
Aus der persönlichen Lösung wurde eine Geschäftsidee. Salvador kannte Menschen, die in Schweizer Haushalten ohne Vertrag oder Versicherung arbeiteten. Mit Clino wollte er eine einfache Alternative schaffen und mehr dieser Beschäftigungsverhältnisse aus der Grauzone holen. Im März 2026 gründete er das Unternehmen, ohne Mitgründende oder externe Investorinnen und Investoren und vollständig aus eigenen Mitteln finanziert.
Schritt für Schritt zur legalen Beschäftigung
Wer eine Reinigungskraft, Nanny, Betreuungsperson oder einen Gärtner beschäftigt, wird von Clino durch die notwendigen Schritte geführt. Die Plattform unterstützt bei Anmeldung und Vertrag, zeigt die benötigten Versicherungen und hilft bei Lohnabrechnungen sowie den Formalitäten am Jahresende. Dabei berücksichtigt sie die Vorgaben aller 26 Kantone. Die potenzielle Zielgruppe ist gross. Salvador verweist auf rund 68’000 Haushalte, die 2024 das vereinfachte AHV-Verfahren nutzten. Gleichzeitig werde die Zahl der Schweizer Haushalte, die Menschen für Arbeiten zu Hause bezahlen, auf 400’000 bis 500’000 geschätzt. Laut Fachleuten könnten 40 bis 80 Prozent dieser Tätigkeiten nicht deklariert sein.
Für Angestellte kann das fehlenden Unfallschutz, keine Beiträge an die Altersvorsorge oder mangelnde Absicherung bei Mutterschaft bedeuten. Dabei sind Haushalte als Arbeitgeber dazu verpflichtet, die Anmeldung, Versicherungen und Abrechnung korrekt zu regeln.

Zwischen Selbermachen und Auslagern
Bisher hatten Haushalte drei Möglichkeiten: die Administration selbst erledigen, einen spezialisierten Dienstleister damit beauftragen oder Personal über eine Agentur beschäftigen. Clino positioniert sich dazwischen. Die Plattform vermittelt kein Personal und übernimmt nicht die Rolle des Arbeitgebers, sondern führt Haushalte durch den Prozess. «Du behältst die Kontrolle, hörst aber auf zu raten, was zu tun ist», sagt Salvador.
Clino ging Anfang April 2026 online. Der ständige Austausch mit der wachsenden Kundschaft sei enorm wertvoll, sagt Salvador: Viele neue Funktionen entstünden aus diesen Gesprächen. Aktuell zählt Clino 28 aktive Haushalte. Salvadors nächstes Ziel sind 100 Kundinnen und Kunden bis Ende 2026 und 1000 bis Ende 2027. Auch diesen Schritt möchte er möglichst ohne externe Investoren schaffen, dafür mit ausgewählten Partnern und einem Geschäftsmodell, das sich aus eigener Kraft trägt.
Facts & Figures
Gründung: März 2026
Sitz: Zürich-Altstetten
Gründer: Salvador Jovells
Kundinnen und Kunden: 28 aktive Haushalte
Finanzierung: Bootstrapped
Ziel: 100 Kundinnen und Kunden bis Ende 2026, 1000 bis Ende 2027





