Schweizer Scaleups zwischen Wachstum und Finanzierungslücke

Schweizer Scaleups wachsen, doch mit dem Erfolg kommen neue Herausforderungen: Das Kapital wird knapper, Eigentum wandert zunehmend ins Ausland und die richtigen Rahmenbedingungen werden entscheidend. Der Swiss Scaleup Report 2026 zeigt, was es braucht, damit Unternehmen auch in der Schweiz weiter wachsen können.

Mit dem Swiss Scaleup Report 2026 liegt erstmals eine datenbasierte Bestandsaufnahme der Schweizer Scaleup-Landschaft vor. Herausgegeben von Deep Tech Nation Switzerland, Swisscom Ventures, SIX und startupticker.ch, mit Beiträgen von Swisspreneur und der Swiss Startup Association, liefert die Studie neue Einblicke in die Wachstumsphase Schweizer Unternehmen. Wir zeigen die wichtigsten Erkenntnisse für Gründerinnen, Gründer und das gesamte Startup-Ökosystem.

👉🏻Hier geht es direkt zum Download des Swiss Scaleup Report 2026. 

Starkes Fundament mit akademischen Wurzeln

Die Studie erfasst 265 Schweizer Scaleups namentlich und schätzt die Gesamtzahl auf 400 bis 500 Unternehmen mit einem kombinierten Wert von rund 26,6 Milliarden Franken. 

  • Akademischer Ursprung: 43 Prozent sind Spin-offs von Hochschulen wie ETH und EPFL. 64 Prozent zählen zum Deep-Tech-Bereich. 
  • Lokale Wertschöpfung: 71 Prozent der befragten Scaleups beschäftigen den Grossteil ihres Teams in der Schweiz. 
  • Forschungsleistung: Hochgerechnet beschäftigen die Scaleups 14’000 bis 18’000 Vollzeitkräfte in Forschung und Entwicklung. Das entspricht beinahe einem Drittel der gesamten privaten F&E-Beschäftigung des Landes. 

Schnelle Skalierung braucht geduldiges Kapital

Kommerziell legen Schweizer Scaleups ein hohes Tempo vor: Rund die Hälfte steigerte ihren Umsatz zuletzt um über 50 Prozent. 84 Prozent erzielen mehr als eine Million Franken Jahresumsatz, ein Drittel bereits über zehn Millionen. 

Gleichzeitig arbeiten 60 Prozent noch vor dem Break-even, da Einnahmen direkt reinvestiert werden. Vor allem im Deep Tech sind die Entwicklungszyklen lang: Nur 23 Prozent der befragten Deep-Tech-Firmen sind EBITDA-positiv (gegenüber 63 Prozent im restlichen Segment). Sie benötigen überdurchschnittlich lange verlässliches Wachstumskapital. 

Die Finanzierungslücke: Scaleups wachsen, lokale Fonds kaum

Seit 2012 flossen über 13 Milliarden Franken späteres Risikokapital in Schweizer Scaleups. Doch während die Runden wachsen, schrumpft der Schweizer Anteil: Stellten heimische Geldgeber zwischen 2019 und 2022 noch 27 Prozent des Later-Stage-Kapitals, fiel dieser Wert 2025 auf 13 Prozent. 

In der Schweiz fehlen grosse Wachstumsfonds, die Runden ab 50 Millionen Franken anführen können. Das hat direkte Folgen für die Eigentumsverhältnisse: 79 Prozent der Gründer ziehen einen Verkauf an einen ausländischen Konzern in Betracht, nur 39 Prozent an ein Schweizer Unternehmen. 

Operative Realität: Vertrieb schlägt Kapital

Als grösste Hürden nennen die Gründer nicht etwa die Technik, sondern: 

  1. Vertrieb und Kundengewinnung (60 %): Komplexe B2B-Zyklen und internationale Markterschliessung binden die meisten Ressourcen. Drei von vier Firmen erzielen den Hauptteil ihres Umsatzes im Ausland. 
  2. Zugang zu Wachstumskapital (37 %)
  3. Besser finanzierte Konkurrenten aus dem Ausland (28 %)

Im technischen Bereich fällt das Recruiting dank ETH und EPFL erstaunlich leicht. Mangelware sind hingegen erfahrene Profile im globalen Vertrieb und Skalierungsmanagement. 

Vier Reformen der «Startup-Agenda Schweiz»

Subventionen verlangt die Szene nicht, wohl aber wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Ganz oben auf der Wunschliste stehen vier Punkte der Startup-Agenda Schweiz: 

  1. Pensionskassengelder für Venture Capital (73 %): Bereits kleine Umschichtungen aus den über 1,2 Billionen Franken Vorsorgevermögen würden den Mangel an Schweizer Wachstumsfonds beheben. 
  2. Standardisierte Mitarbeiterbeteiligungen / ESOP (61 %): Einheitliche Steuerregeln ohne Steuerlast vor einem realen Liquiditätszufluss sind zentral für den Talentwettbewerb. 
  3. Schnellere Arbeitsbewilligungen für Drittstaaten (48 %): Digitale Prozesse mit zweiwöchiger Frist für dringend benötigte Spezialisten. 
  4. Abschaffung der Stempelsteuer auf Eigenkapital (44 %): Die einprozentige Emissionsabgabe bei Kapitalerhöhungen entzieht wachsenden Unternehmen Liquidität. 

Fazit

Dass die Schweiz Weltklasse-Startups gründen kann, ist unbestritten. Ob diese Firmen hier auch erwachsen werden und ihr wirtschaftlicher Ertrag im Land bleibt, ist eine Frage der Entschlossenheit. 

Den vollständigen Report inklusive Case Studies, unter anderem zu Flyability, Scandit und ANYbotics, findest du hier: Swiss Scaleup Report 2026 herunterladen. 

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Author: Redaktion

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Mit dem Swiss Scaleup Report 2026 liegt erstmals eine datenbasierte Bestandsaufnahme der Schweizer Scaleup-Landschaft vor. Herausgegeben von Deep Tech Nation Switzerland, Swisscom Ventures, SIX und startupticker.ch, mit Beiträgen von Swisspreneur und der Swiss Startup Association, liefert die Studie neue Einblicke in die Wachstumsphase Schweizer Unternehmen. Wir zeigen die wichtigsten Erkenntnisse für Gründerinnen, Gründer und das gesamte Startup-Ökosystem.

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Starkes Fundament mit akademischen Wurzeln

Die Studie erfasst 265 Schweizer Scaleups namentlich und schätzt die Gesamtzahl auf 400 bis 500 Unternehmen mit einem kombinierten Wert von rund 26,6 Milliarden Franken. 

  • Akademischer Ursprung: 43 Prozent sind Spin-offs von Hochschulen wie ETH und EPFL. 64 Prozent zählen zum Deep-Tech-Bereich. 
  • Lokale Wertschöpfung: 71 Prozent der befragten Scaleups beschäftigen den Grossteil ihres Teams in der Schweiz. 
  • Forschungsleistung: Hochgerechnet beschäftigen die Scaleups 14’000 bis 18’000 Vollzeitkräfte in Forschung und Entwicklung. Das entspricht beinahe einem Drittel der gesamten privaten F&E-Beschäftigung des Landes. 

Schnelle Skalierung braucht geduldiges Kapital

Kommerziell legen Schweizer Scaleups ein hohes Tempo vor: Rund die Hälfte steigerte ihren Umsatz zuletzt um über 50 Prozent. 84 Prozent erzielen mehr als eine Million Franken Jahresumsatz, ein Drittel bereits über zehn Millionen. 

Gleichzeitig arbeiten 60 Prozent noch vor dem Break-even, da Einnahmen direkt reinvestiert werden. Vor allem im Deep Tech sind die Entwicklungszyklen lang: Nur 23 Prozent der befragten Deep-Tech-Firmen sind EBITDA-positiv (gegenüber 63 Prozent im restlichen Segment). Sie benötigen überdurchschnittlich lange verlässliches Wachstumskapital. 

Die Finanzierungslücke: Scaleups wachsen, lokale Fonds kaum

Seit 2012 flossen über 13 Milliarden Franken späteres Risikokapital in Schweizer Scaleups. Doch während die Runden wachsen, schrumpft der Schweizer Anteil: Stellten heimische Geldgeber zwischen 2019 und 2022 noch 27 Prozent des Later-Stage-Kapitals, fiel dieser Wert 2025 auf 13 Prozent. 

In der Schweiz fehlen grosse Wachstumsfonds, die Runden ab 50 Millionen Franken anführen können. Das hat direkte Folgen für die Eigentumsverhältnisse: 79 Prozent der Gründer ziehen einen Verkauf an einen ausländischen Konzern in Betracht, nur 39 Prozent an ein Schweizer Unternehmen. 

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Als grösste Hürden nennen die Gründer nicht etwa die Technik, sondern: 

  1. Vertrieb und Kundengewinnung (60 %): Komplexe B2B-Zyklen und internationale Markterschliessung binden die meisten Ressourcen. Drei von vier Firmen erzielen den Hauptteil ihres Umsatzes im Ausland. 
  2. Zugang zu Wachstumskapital (37 %)
  3. Besser finanzierte Konkurrenten aus dem Ausland (28 %)

Im technischen Bereich fällt das Recruiting dank ETH und EPFL erstaunlich leicht. Mangelware sind hingegen erfahrene Profile im globalen Vertrieb und Skalierungsmanagement. 

Vier Reformen der «Startup-Agenda Schweiz»

Subventionen verlangt die Szene nicht, wohl aber wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Ganz oben auf der Wunschliste stehen vier Punkte der Startup-Agenda Schweiz: 

  1. Pensionskassengelder für Venture Capital (73 %): Bereits kleine Umschichtungen aus den über 1,2 Billionen Franken Vorsorgevermögen würden den Mangel an Schweizer Wachstumsfonds beheben. 
  2. Standardisierte Mitarbeiterbeteiligungen / ESOP (61 %): Einheitliche Steuerregeln ohne Steuerlast vor einem realen Liquiditätszufluss sind zentral für den Talentwettbewerb. 
  3. Schnellere Arbeitsbewilligungen für Drittstaaten (48 %): Digitale Prozesse mit zweiwöchiger Frist für dringend benötigte Spezialisten. 
  4. Abschaffung der Stempelsteuer auf Eigenkapital (44 %): Die einprozentige Emissionsabgabe bei Kapitalerhöhungen entzieht wachsenden Unternehmen Liquidität. 

Fazit

Dass die Schweiz Weltklasse-Startups gründen kann, ist unbestritten. Ob diese Firmen hier auch erwachsen werden und ihr wirtschaftlicher Ertrag im Land bleibt, ist eine Frage der Entschlossenheit. 

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