Paymira löst das Schweizer Payroll-Problem

Ferien im Januar? Unmöglich. Krank werden in der Payroll-Woche? Undenkbar. Anna Wiesian kennt den Stress der Lohnbuchhaltung aus erster Hand. Jetzt baut sie mit Bexio-Gründer, Jeremias Meier, ein Startup, das genau hier ansetzt.

«Stille Post» nennt Anna Wiesian das aktuelle Payroll-System. Ein Mitarbeiter vereinbart mit dem Teamleader eine Gehaltsanpassung. Dieser informiert das HR und das HR schreibt dem Payroll Provider. Und bei Fragen geht alles den gleichen Weg wieder zurück. Dass so Fehler entstehen, ist vorprogrammiert.

Zusätzlich wird das Problem durch die Komplexität der Schweizer Payroll verschärft: drei Sprachen, 26 Kantone, verschiedenste Sozialversicherungen, grosszügiges Arbeitsrecht. Arbeitgeber positionieren sich mit Sonderlösungen gegen den Fachkräftemangel. Jeder Fall ist anders. Auch nach jahrelanger Tätigkeit blieb Payroll für Anna unberechenbar: «Ich dachte immer, jetzt kenne ich alle Fälle. Dann kam die nächste Challenge.»

Dazu kommt der enorme Zeitdruck. Der Lohn muss jeden Monat pünktlich raus, fehlerfrei. Ausfälle oder längere Ferienabwesenheiten sind kaum möglich. Statt sich um Teamentwicklung oder strategische Themen zu kümmern, sind HR-Leute oft mit repetitiver Admin-Arbeit beschäftigt. Genau hier setzt Paymira an.

Service statt nur Software

Paymira kombiniert Software mit Inhouse-Payroll-Experten und übernimmt den kompletten administrativen Teil der Lohnverarbeitung – von Lohnabrechnungen bis zu Meldungen bei Sozialversicherungen und Ausgleichskassen. Das funktioniert so: Die Angestellten können ihre persönlichen Daten über eine App selbst verwalten. HR-Verantwortliche behalten in Echtzeit den Überblick über jede Lohnabrechnung und geben Zahlungen mit einem Klick frei.

Der Unterschied zu klassischen Outsourcing-Anbietern: Keine Excel-Listen mehr, keine PDF-Entwürfe, auf die man Ende Monat wartet. «Wir wollen, dass die Person, die eine Lohn-relevante Information hat, diese auch direkt dem Payroll zur Verfügung stellen kann», erklärt Anna. Paymira validiert Daten in Echtzeit, Experten prüfen komplexe Fälle und rechtliche Compliance. Das Versprechen: Administrative Arbeit um bis zu 60 Prozent reduzieren und HR-Teams Zeit für strategische Themen geben. «Die Fortschritte in der Automatisierung, die wir aktuell durch KI sehen, werden dazu führen, dass wir HR-Teams in Zukunft praktisch komplett von Admin-Arbeit befreien werden», ergänzt Jeremias.

Erfahrenes Gründerteam mit Bexio-Hintergrund

Hinter Paymira stecken neben Anna Wiesian zwei weitere Co-Founder mit Startup-Erfahrung: Jeremias Meier und Marcel Lenz. Beide haben mit Bexio bereits ein erfolgreiches Schweizer Software-Startup aufgebaut – Jeremias als CEO, Marcel als CTO. Nach dem Exit arbeitete Jeremias als Investor, doch der Gründermodus fehlte ihm: «Firmen aufbauen ist das, was ich am liebsten mache. Die Action, mit einem Team Dinge schnell umsetzen – das hat mir gefehlt.»

Fehlende Kritik und hoher Druck

Die Bexio-Erfahrung hilft dem Team definitiv. Sie wissen, wie man ein Produkt für den Schweizer KMU-Markt baut, wie man ein Team aufbaut, wie Fundraising funktioniert. Bexio im Hintergrund öffnet Türen bei Talent, Kapital und Netzwerk. Gleichzeitig gibt es auch neue Herausforderungen. «Wir haben die jugendliche Naivität gegen Erfahrung ausgetauscht», sagt Jeremias. Bei Bexio haben sie einfach gemacht, die Erwartungen waren überschaubar. Jetzt wissen sie, wozu sie fähig sind – der eigene Druck ist höher. Und: Kritisches Feedback ist schwerer zu finden. «Früher sagten alle, es wird nichts. Heute höre ich oft: Ihr wisst schon, was ihr macht», sagt Jeremias.

Vom Payroll-Profi zur Gründerin

Für Anna hingegen ist die Gründerin-Rolle neu. Was ihr am meisten gefällt? «Endlich etwas bauen können», sagt sie. Und das Team. 13 Leute arbeiten mittlerweile bei Paymira. Im Vergleich zu früher hat sich vor allem ihre Arbeitsweise verändert. Vorher plante sie alles im Detail, legte Prozesse fest, standardisierte jeden Schritt. Im ersten Startup-Jahr ist mehr Flexibilität gefragt. Standards definiert sie dann wieder, wenn Paymira skaliert.Bis dahin baut sie am System, das den Stress beenden soll, den sie jahrelang selbst erlebt hat.

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Author: Laura Maeder

Laura Mäder
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«Stille Post» nennt Anna Wiesian das aktuelle Payroll-System. Ein Mitarbeiter vereinbart mit dem Teamleader eine Gehaltsanpassung. Dieser informiert das HR und das HR schreibt dem Payroll Provider. Und bei Fragen geht alles den gleichen Weg wieder zurück. Dass so Fehler entstehen, ist vorprogrammiert.

Zusätzlich wird das Problem durch die Komplexität der Schweizer Payroll verschärft: drei Sprachen, 26 Kantone, verschiedenste Sozialversicherungen, grosszügiges Arbeitsrecht. Arbeitgeber positionieren sich mit Sonderlösungen gegen den Fachkräftemangel. Jeder Fall ist anders. Auch nach jahrelanger Tätigkeit blieb Payroll für Anna unberechenbar: «Ich dachte immer, jetzt kenne ich alle Fälle. Dann kam die nächste Challenge.»

Dazu kommt der enorme Zeitdruck. Der Lohn muss jeden Monat pünktlich raus, fehlerfrei. Ausfälle oder längere Ferienabwesenheiten sind kaum möglich. Statt sich um Teamentwicklung oder strategische Themen zu kümmern, sind HR-Leute oft mit repetitiver Admin-Arbeit beschäftigt. Genau hier setzt Paymira an.

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Paymira kombiniert Software mit Inhouse-Payroll-Experten und übernimmt den kompletten administrativen Teil der Lohnverarbeitung – von Lohnabrechnungen bis zu Meldungen bei Sozialversicherungen und Ausgleichskassen. Das funktioniert so: Die Angestellten können ihre persönlichen Daten über eine App selbst verwalten. HR-Verantwortliche behalten in Echtzeit den Überblick über jede Lohnabrechnung und geben Zahlungen mit einem Klick frei.

Der Unterschied zu klassischen Outsourcing-Anbietern: Keine Excel-Listen mehr, keine PDF-Entwürfe, auf die man Ende Monat wartet. «Wir wollen, dass die Person, die eine Lohn-relevante Information hat, diese auch direkt dem Payroll zur Verfügung stellen kann», erklärt Anna. Paymira validiert Daten in Echtzeit, Experten prüfen komplexe Fälle und rechtliche Compliance. Das Versprechen: Administrative Arbeit um bis zu 60 Prozent reduzieren und HR-Teams Zeit für strategische Themen geben. «Die Fortschritte in der Automatisierung, die wir aktuell durch KI sehen, werden dazu führen, dass wir HR-Teams in Zukunft praktisch komplett von Admin-Arbeit befreien werden», ergänzt Jeremias.

Erfahrenes Gründerteam mit Bexio-Hintergrund

Hinter Paymira stecken neben Anna Wiesian zwei weitere Co-Founder mit Startup-Erfahrung: Jeremias Meier und Marcel Lenz. Beide haben mit Bexio bereits ein erfolgreiches Schweizer Software-Startup aufgebaut – Jeremias als CEO, Marcel als CTO. Nach dem Exit arbeitete Jeremias als Investor, doch der Gründermodus fehlte ihm: «Firmen aufbauen ist das, was ich am liebsten mache. Die Action, mit einem Team Dinge schnell umsetzen – das hat mir gefehlt.»

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Für Anna hingegen ist die Gründerin-Rolle neu. Was ihr am meisten gefällt? «Endlich etwas bauen können», sagt sie. Und das Team. 13 Leute arbeiten mittlerweile bei Paymira. Im Vergleich zu früher hat sich vor allem ihre Arbeitsweise verändert. Vorher plante sie alles im Detail, legte Prozesse fest, standardisierte jeden Schritt. Im ersten Startup-Jahr ist mehr Flexibilität gefragt. Standards definiert sie dann wieder, wenn Paymira skaliert.Bis dahin baut sie am System, das den Stress beenden soll, den sie jahrelang selbst erlebt hat.

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