Wer viele Athleten betreut, weiss: Irgendwann frisst die Verwaltung das eigentliche Coaching auf. Ein Zürcher Startup hat sich diesem Problem angenommen, ohne den Coach aus der Gleichung zu streichen.
Bruna Maia arbeitete als Data Scientist und trainiert nebenbei Läuferinnen und Läufer. Fabienne Maia war Data Analyst und Triathlon-Coach. Andreas Hermann entwickelte Software und macht selbst Triathlon. Alle drei haben irgendwann gemerkt, dass sie mehr Zeit damit verbringen, Informationen zusammenzusuchen, als mit ihren Athleten oder in ihrer Rolle als Coaches zu arbeiten. So haben die drei Gründer ihre Jobs gekündigt und augo gegründet.

Das Gründungs-Trio von augo: Bruna Maia, Fabienne Maia und Andreas Hermann.
Der Alltag eines Ausdauer-Coaches ist verstreut. Trainingspläne in einer App, Nachrichten in einer anderen, Feedback zu Trainingseinheiten irgendwo dazwischen. Wer wissen will, wann ein Athlet zuletzt über Knieschmerzen geschrieben hat, muss scrollen. Durch WhatsApp-Verläufe, Kalendereinträge, vielleicht noch eine dritte Plattform. Coaches, denen ihre Athleten wirklich am Herzen liegen, verbringen erstaunlich viel Zeit damit, Dinge zu suchen, die eigentlich schon da sind. Je mehr Athleten dazukommen, desto mehr kippt das Verhältnis. Mehr Betreuung bedeutet mehr Verwaltung, und irgendwann bleibt für das eigentliche Gespräch mit dem Athleten kaum noch Raum.
Eine Plattform statt verstreuter Daten
2025 in Zürich gegründet, bündelt augo die Coach-Athleten-Kommunikation, Trainingsdaten und Feedback zu Trainingseinheiten in einem einzigen Tool. Darüber sitzt ein KI-Assistent, der auf all das zugreifen kann und auf Nachfrage antwortet. Nicht als Dashboard mit Metriken, sondern als Gesprächspartner, der den Kontext kennt und ihn nicht jedes Mal neu aufbauen muss.
Ein Coach fragt vom Handy aus, wie sich ein Athlet in den letzten Wochen entwickelt hat, wo es Auffälligkeiten gibt oder wie die Stimmung vor einem Wettkampf war. Das System zieht qualitativen und quantitativen Input zusammen und gibt eine Antwort. Die Plattform ersetzt dabei den Coach nicht, sie soll ihm die Stunden zurückgeben, die heute in der Verwaltung verschwinden. Ob das in der Praxis so reibungslos funktioniert wie beschrieben, wird sich zeigen. Der Ansatz reagiert jedenfalls auf ein echtes Alltagsproblem. Für Athleten ändert sich wenig: Sie schicken kurze Rückmeldungen zu Einheiten, fast wie eine Nachricht. Der Rest passiert im Hintergrund.

Im Zentrum von augo ist der Ausdauersport.
Kick-off an einem Ironman
Im November 2025 lancierte augo das MVP beim Ironman 70.3 in Marbella, ein bewusst gewählter Rahmen. Zwanzig Founding Coaches stiegen ins Testprogramm ein, seither nutzen wöchentlich über hundert Personen die Plattform. Die App läuft auf Englisch, Deutsch und Portugiesisch, weitere Sprachen sind geplant.
Berater ist Marco Altini, Forscher und Ultrarunning-Coach, bekannt durch HRV4Training und seine Arbeit für Oura. Altini hat über fünfzig wissenschaftliche Publikationen im Bereich Physiologie und Technologie veröffentlicht. Als Remote-Coach habe er lange nach einem Tool gesucht, das qualitative Athletenrückmeldungen und Trainingsdaten gemeinsam zugänglich macht. augo sei das erste, das diesen Ansatz konsequent umsetze.
Finanziert ist augo bisher aus eigenen Mitteln. Ab April 2026 soll eine erste Runde folgen. Den Launch feierte das Team am 26. März im Run Store an der Niederdorfstrasse in Zürich, kein Konferenzsaal, sondern ein Laden mitten in der Szene, die sie ansprechen wollen.
Das Versprechen bleibt überschaubar: weniger suchen, mehr coachen. Ob Coaches das überzeugt, werden die nächsten Monate zeigen.
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Wer viele Athleten betreut, weiss: Irgendwann frisst die Verwaltung das eigentliche Coaching auf. Ein Zürcher Startup hat sich diesem Problem angenommen, ohne den Coach aus der Gleichung zu streichen.
Bruna Maia arbeitete als Data Scientist und trainiert nebenbei Läuferinnen und Läufer. Fabienne Maia war Data Analyst und Triathlon-Coach. Andreas Hermann entwickelte Software und macht selbst Triathlon. Alle drei haben irgendwann gemerkt, dass sie mehr Zeit damit verbringen, Informationen zusammenzusuchen, als mit ihren Athleten oder in ihrer Rolle als Coaches zu arbeiten. So haben die drei Gründer ihre Jobs gekündigt und augo gegründet.

Das Gründungs-Trio von augo: Bruna Maia, Fabienne Maia und Andreas Hermann.
Der Alltag eines Ausdauer-Coaches ist verstreut. Trainingspläne in einer App, Nachrichten in einer anderen, Feedback zu Trainingseinheiten irgendwo dazwischen. Wer wissen will, wann ein Athlet zuletzt über Knieschmerzen geschrieben hat, muss scrollen. Durch WhatsApp-Verläufe, Kalendereinträge, vielleicht noch eine dritte Plattform. Coaches, denen ihre Athleten wirklich am Herzen liegen, verbringen erstaunlich viel Zeit damit, Dinge zu suchen, die eigentlich schon da sind. Je mehr Athleten dazukommen, desto mehr kippt das Verhältnis. Mehr Betreuung bedeutet mehr Verwaltung, und irgendwann bleibt für das eigentliche Gespräch mit dem Athleten kaum noch Raum.
Eine Plattform statt verstreuter Daten
2025 in Zürich gegründet, bündelt augo die Coach-Athleten-Kommunikation, Trainingsdaten und Feedback zu Trainingseinheiten in einem einzigen Tool. Darüber sitzt ein KI-Assistent, der auf all das zugreifen kann und auf Nachfrage antwortet. Nicht als Dashboard mit Metriken, sondern als Gesprächspartner, der den Kontext kennt und ihn nicht jedes Mal neu aufbauen muss.
Ein Coach fragt vom Handy aus, wie sich ein Athlet in den letzten Wochen entwickelt hat, wo es Auffälligkeiten gibt oder wie die Stimmung vor einem Wettkampf war. Das System zieht qualitativen und quantitativen Input zusammen und gibt eine Antwort. Die Plattform ersetzt dabei den Coach nicht, sie soll ihm die Stunden zurückgeben, die heute in der Verwaltung verschwinden. Ob das in der Praxis so reibungslos funktioniert wie beschrieben, wird sich zeigen. Der Ansatz reagiert jedenfalls auf ein echtes Alltagsproblem. Für Athleten ändert sich wenig: Sie schicken kurze Rückmeldungen zu Einheiten, fast wie eine Nachricht. Der Rest passiert im Hintergrund.

Im Zentrum von augo ist der Ausdauersport.
Kick-off an einem Ironman
Im November 2025 lancierte augo das MVP beim Ironman 70.3 in Marbella, ein bewusst gewählter Rahmen. Zwanzig Founding Coaches stiegen ins Testprogramm ein, seither nutzen wöchentlich über hundert Personen die Plattform. Die App läuft auf Englisch, Deutsch und Portugiesisch, weitere Sprachen sind geplant.
Berater ist Marco Altini, Forscher und Ultrarunning-Coach, bekannt durch HRV4Training und seine Arbeit für Oura. Altini hat über fünfzig wissenschaftliche Publikationen im Bereich Physiologie und Technologie veröffentlicht. Als Remote-Coach habe er lange nach einem Tool gesucht, das qualitative Athletenrückmeldungen und Trainingsdaten gemeinsam zugänglich macht. augo sei das erste, das diesen Ansatz konsequent umsetze.
Finanziert ist augo bisher aus eigenen Mitteln. Ab April 2026 soll eine erste Runde folgen. Den Launch feierte das Team am 26. März im Run Store an der Niederdorfstrasse in Zürich, kein Konferenzsaal, sondern ein Laden mitten in der Szene, die sie ansprechen wollen.
Das Versprechen bleibt überschaubar: weniger suchen, mehr coachen. Ob Coaches das überzeugt, werden die nächsten Monate zeigen.




