Wie tötet Seife Bakterien? Was ist ein Virus? Und gibt es den Nikolaus wirklich? Kinder stellen täglich hunderte von Fragen. Um diese Neugier zu fördern, gründete Lax Poojary und sein Team Sparkli, eine KI-gestützte Lernplattform.
Lax, wie würdest du Sparkli einem Kind beschreiben?
Sparkli ist ein Ort, an dem Kinder alle ihre Fragen stellen dürfen und spielerische, interaktive Antworten bekommen. Wir bereiten Kinder auf eine Zukunft vor, die anders aussieht als die Welt, die wir Eltern kennen. Fähigkeiten wie Problemlösung, Kreativität oder finanzielle Bildung werden immer wichtiger und diese wollen wir deshalb fördern.
Welches Problem hat euch dazu bewegt, Sparkli zu entwickeln?
KI entwickelt sich rasant und ihr grösster Einfluss wird vermutlich im Bildungs- und Gesundheitsbereich liegen. Die meisten KI-Tools wurden für Erwachsene gebaut, aber Kinder nutzen sie ebenso. Wir wollten ein KI-Tool entwickeln, das speziell für Kinder ist. Viele Lern-Apps decken nur klassische Schulfächer ab. Wir wollten breiter ansetzen: Problemlösung, Kreativität, Design Thinking sind zukünftig unfassbar wichtige Fähigkeiten.
Was war die Herausforderung, eine KI für Kinder zu entwickeln?
Anfangs wussten wir nicht einmal, ob das technisch überhaupt möglich ist. Es war eher ein Experiment. Innerhalb eines Jahres haben wir dann den kompletten Code entwickelt und gleichzeitig eine Erfahrung geschaffen, die Spass macht und pädagogisch sinnvoll ist. Diese Balance war die grösste Herausforderung.
Wo und wie wird Sparkli bereits eingesetzt?
Aktuell arbeiten wir mit einigen grossen Schulen zusammen und sehen ein sehr hohes Engagement. In drei Schweizer Klassenzimmern wurde Sparkli bereits testweise genutzt. Einmal haben Kinder ein Streetfood-Startup entwickelt – inklusive Budgetplanung und Personalentscheidungen. Es war beeindruckend zu sehen, wie Achtjährige über solche Themen diskutieren.
Wo hilft KI beim Lernen – und wo gibt es Grenzen?
Sicherheit hat für uns oberste Priorität. Wir trainieren die Modelle gezielt und setzen zusätzliche Schutzmechanismen ein. Wenn Sparkli in der Schule genutzt wird, behalten Lehrpersonen die volle Kontrolle und können Inhalte freigeben oder einschränken. Sensible Themen werden nicht direkt beantwortet. Stattdessen ermutigen wir Kinder, mit Eltern oder Vertrauenspersonen zu sprechen.
Wie stellt ihr sicher, dass Sparkli nicht einfach mehr Bildschirmzeit erzeugt?
Bildschirmzeit gibt es ohnehin – ob mit YouTube oder Games. Mit Sparkli möchten wir eine sinnvollere Alternative bieten. Das Tool ist so gestaltet, dass es Neugier weckt und Kinder beim Lernen unterstützt, statt sie nur zu beschäftigen. Natürlich sollen Kinder trotzdem draussen spielen. Deshalb denken wir auch über Zeitlimits und klare Ziele nach. Unser Ansatz ist nicht mehr Bildschirmzeit, sondern sinnvolle Bildschirmzeit.
Wie habt ihr euer Gründerteam zusammengestellt?
Unser Kern-Gründerteam besteht aus drei Mitgliedern, alles ehemalige Google-Mitarbeitende mit starkem Tech-Hintergrund. Unsere Fähigkeiten ergänzen sich gut. Wir haben schon früher gemeinsam gegründet und Projekte an YouTube und Google verkauft. Gleichzeitig stimmt auch die persönliche Ebene, was im Alltag mindestens genauso wichtig ist. Inzwischen sind wir auf elf Mitarbeitende gewachsen. Da uns anfangs die Education-Expertise fehlte, haben wir früh einen PhD von der ETH Zürich mit Schwerpunkt Bildung ins Team geholt.
Ihr kommt aus dem Google-Umfeld – wie hat euch diese Zeit geprägt?
Sehr stark. Wir haben an Google-Inkubatoren teilgenommen und eigene Unternehmen aufgebaut. Das war wie ein Trainingslager für die Gründung. Mitarbeitende konnten einen Teil ihrer Zeit an eigenen Ideen arbeiten, teilweise mit Funding. Viele unserer Projekte sind dort entstanden. Heute arbeiten wir weiterhin eng mit Google zusammen. Sparkli läuft zum Beispiel auf der Google-Infrastruktur.
Was macht ihr bewusst anders als ein grosser Tech-Konzern?
Der grösste Unterschied ist die Geschwindigkeit. Früher gab es für alles Spezialisten und viele Freigaben. Heute entscheiden wir vieles selbst und können schneller umsetzen.
Wie finanziert ihr Sparkli aktuell?
Wir konnten schnell eine Pre-Seed-Runde abschliessen, auch dank unserem Netzwerk aus der Google-Zeit. Viele Investoren mussten das Konzept zuerst verstehen. Uns war wichtig, genug Kapital zu haben, um das Produkt sauber aufzubauen. Mit Founderful haben wir dafür passende Partner gefunden.
Welche Entscheidung war bisher die schwierigste?
Wir treffen jeden Tag viele kleine Entscheidungen mit grosser Wirkung. So wollten wir uns beispielsweise lange Zeit auf Eltern als Zielgruppe konzentrieren. Dann haben wir gemerkt, dass der Bedarf in Schulen viel grösser ist, und den Fokus entsprechend angepasst. Kurz darauf hatten wir eine der grössten Schulen der Welt als Kunden. Unsere Erfahrung zeigt, wie wichtig es ist, offen zu bleiben. Denn der Markt gibt oft die Richtung an.
Zum Abschluss: Was habt ihr durch Sparkli selbst gelernt?
Die Menschen im Team sind entscheidend. Ideen und Strategien können sich ändern, aber mit den richtigen Leuten findet man Lösungen. Deshalb achten wir vor allem darauf, Menschen an Bord zu holen, die fachlich stark sind und gut ins Team passen.
FOUNDED
Videoformat
“23 Questions mit…”
In unserem neuen Format stellen wir Gründerinnen, Gründern oder Teammitgliedern 23 Fragen in einem One-Take – während wir durch die Firma gehen. Kein Skript, kein Cut, kein Studio. Nur echtes Startup-Leben.
23 Questions mit Scewo.
Wie tötet Seife Bakterien? Was ist ein Virus? Und gibt es den Nikolaus wirklich? Kinder stellen täglich hunderte von Fragen. Um diese Neugier zu fördern, gründete Lax Poojary und sein Team Sparkli, eine KI-gestützte Lernplattform.
Lax, wie würdest du Sparkli einem Kind beschreiben?
Sparkli ist ein Ort, an dem Kinder alle ihre Fragen stellen dürfen und spielerische, interaktive Antworten bekommen. Wir bereiten Kinder auf eine Zukunft vor, die anders aussieht als die Welt, die wir Eltern kennen. Fähigkeiten wie Problemlösung, Kreativität oder finanzielle Bildung werden immer wichtiger und diese wollen wir deshalb fördern.
Welches Problem hat euch dazu bewegt, Sparkli zu entwickeln?
KI entwickelt sich rasant und ihr grösster Einfluss wird vermutlich im Bildungs- und Gesundheitsbereich liegen. Die meisten KI-Tools wurden für Erwachsene gebaut, aber Kinder nutzen sie ebenso. Wir wollten ein KI-Tool entwickeln, das speziell für Kinder ist. Viele Lern-Apps decken nur klassische Schulfächer ab. Wir wollten breiter ansetzen: Problemlösung, Kreativität, Design Thinking sind zukünftig unfassbar wichtige Fähigkeiten.
Was war die Herausforderung, eine KI für Kinder zu entwickeln?
Anfangs wussten wir nicht einmal, ob das technisch überhaupt möglich ist. Es war eher ein Experiment. Innerhalb eines Jahres haben wir dann den kompletten Code entwickelt und gleichzeitig eine Erfahrung geschaffen, die Spass macht und pädagogisch sinnvoll ist. Diese Balance war die grösste Herausforderung.
Wo und wie wird Sparkli bereits eingesetzt?
Aktuell arbeiten wir mit einigen grossen Schulen zusammen und sehen ein sehr hohes Engagement. In drei Schweizer Klassenzimmern wurde Sparkli bereits testweise genutzt. Einmal haben Kinder ein Streetfood-Startup entwickelt – inklusive Budgetplanung und Personalentscheidungen. Es war beeindruckend zu sehen, wie Achtjährige über solche Themen diskutieren.
Wo hilft KI beim Lernen – und wo gibt es Grenzen?
Sicherheit hat für uns oberste Priorität. Wir trainieren die Modelle gezielt und setzen zusätzliche Schutzmechanismen ein. Wenn Sparkli in der Schule genutzt wird, behalten Lehrpersonen die volle Kontrolle und können Inhalte freigeben oder einschränken. Sensible Themen werden nicht direkt beantwortet. Stattdessen ermutigen wir Kinder, mit Eltern oder Vertrauenspersonen zu sprechen.
Wie stellt ihr sicher, dass Sparkli nicht einfach mehr Bildschirmzeit erzeugt?
Bildschirmzeit gibt es ohnehin – ob mit YouTube oder Games. Mit Sparkli möchten wir eine sinnvollere Alternative bieten. Das Tool ist so gestaltet, dass es Neugier weckt und Kinder beim Lernen unterstützt, statt sie nur zu beschäftigen. Natürlich sollen Kinder trotzdem draussen spielen. Deshalb denken wir auch über Zeitlimits und klare Ziele nach. Unser Ansatz ist nicht mehr Bildschirmzeit, sondern sinnvolle Bildschirmzeit.
Wie habt ihr euer Gründerteam zusammengestellt?
Unser Kern-Gründerteam besteht aus drei Mitgliedern, alles ehemalige Google-Mitarbeitende mit starkem Tech-Hintergrund. Unsere Fähigkeiten ergänzen sich gut. Wir haben schon früher gemeinsam gegründet und Projekte an YouTube und Google verkauft. Gleichzeitig stimmt auch die persönliche Ebene, was im Alltag mindestens genauso wichtig ist. Inzwischen sind wir auf elf Mitarbeitende gewachsen. Da uns anfangs die Education-Expertise fehlte, haben wir früh einen PhD von der ETH Zürich mit Schwerpunkt Bildung ins Team geholt.
Ihr kommt aus dem Google-Umfeld – wie hat euch diese Zeit geprägt?
Sehr stark. Wir haben an Google-Inkubatoren teilgenommen und eigene Unternehmen aufgebaut. Das war wie ein Trainingslager für die Gründung. Mitarbeitende konnten einen Teil ihrer Zeit an eigenen Ideen arbeiten, teilweise mit Funding. Viele unserer Projekte sind dort entstanden. Heute arbeiten wir weiterhin eng mit Google zusammen. Sparkli läuft zum Beispiel auf der Google-Infrastruktur.
Was macht ihr bewusst anders als ein grosser Tech-Konzern?
Der grösste Unterschied ist die Geschwindigkeit. Früher gab es für alles Spezialisten und viele Freigaben. Heute entscheiden wir vieles selbst und können schneller umsetzen.
Wie finanziert ihr Sparkli aktuell?
Wir konnten schnell eine Pre-Seed-Runde abschliessen, auch dank unserem Netzwerk aus der Google-Zeit. Viele Investoren mussten das Konzept zuerst verstehen. Uns war wichtig, genug Kapital zu haben, um das Produkt sauber aufzubauen. Mit Founderful haben wir dafür passende Partner gefunden.
Welche Entscheidung war bisher die schwierigste?
Wir treffen jeden Tag viele kleine Entscheidungen mit grosser Wirkung. So wollten wir uns beispielsweise lange Zeit auf Eltern als Zielgruppe konzentrieren. Dann haben wir gemerkt, dass der Bedarf in Schulen viel grösser ist, und den Fokus entsprechend angepasst. Kurz darauf hatten wir eine der grössten Schulen der Welt als Kunden. Unsere Erfahrung zeigt, wie wichtig es ist, offen zu bleiben. Denn der Markt gibt oft die Richtung an.
Zum Abschluss: Was habt ihr durch Sparkli selbst gelernt?
Die Menschen im Team sind entscheidend. Ideen und Strategien können sich ändern, aber mit den richtigen Leuten findet man Lösungen. Deshalb achten wir vor allem darauf, Menschen an Bord zu holen, die fachlich stark sind und gut ins Team passen.


