Das Medtech NeoMedical definiert die Wirbelsäulenchirurgie neu

Wirbelsäulenoperationen gehören zu den anspruchsvollsten Eingriffen der Medizin – mit langen OP-Zeiten, vielen Instrumenten und hohen Risiken. Ein Unternehmen vom Genfersee will genau das ändern. Seine Idee: ein radikal vereinfachtes System für den Operationssaal.

Wirbelsäulenoperationen sind Präzisionsarbeit unter hohem Druck. Chirurginnen und Chirurgen arbeiten mit komplexen Instrumentensets, zahlreiche Implantatvarianten müssen bereitliegen, und jede Entscheidung im OP kann über den Verlauf der Behandlung entscheiden. Genau diese Komplexität will das Medtech-Unternehmen Neo Medical reduzieren.

Gegründet wurde die Firma 2013 von Vincent Lefauconnier und Jonas Larsson, beide mit langjähriger Erfahrung in der Medizintechnik. Ihr Ausgangspunkt war eine einfache Beobachtung: Viele Abläufe in der Wirbelsäulenchirurgie sind historisch gewachsen – und entsprechend kompliziert.

«Bei Neo Medical sind wir stolz darauf, die Zukunft der Wirbelsäulenchirurgie neu zu definieren – indem wir komplexe Abläufe vereinfachen und medizinischen Fachkräften ermöglichen, neue Massstäbe in Präzision, Sicherheit und Nachhaltigkeit zu setzen», sagt Mitgründer und Co-CEO Vincent Lefauconnier.

Vincent Lefauconnier reduziert die Komplexität bei Wirbelsäulen-Operationen mit seinem Medtech-Scale-up Neomedical.

Weniger Instrumente, klarere Abläufe

Das Ergebnis dieser Überlegungen ist eine integrierte chirurgische Plattform, die Instrumente, Implantate und digitale Unterstützung miteinander verbindet. Herzstück ist die Neo Universal™ Plattform. Sie wurde so entwickelt, dass sie mit verschiedenen Operationsmethoden funktioniert – von offenen Eingriffen bis zu minimalinvasiven Verfahren – und ein breites Spektrum an Erkrankungen der Brust- und Lendenwirbelsäule abdeckt.

Der Ansatz dahinter: Standardisierung. Statt grosser Instrumentensets setzt das System auf sterile Einweg-Kits und eine stark reduzierte Anzahl an Werkzeugen. Insgesamt kommen nur fünf Instrumente und 31 Schraubentypen zum Einsatz.

Die Auswirkungen sind messbar. Studien und klinische Anwendungen zeigen unter anderem:

  • bis zu 29 Prozent kürzere Operationszeiten
  • deutlich niedrigere Raten von Implantatversagen und Infektionen
  • weniger Folgeoperationen

Gleichzeitig sinkt der logistische Aufwand im Spital, etwa weil weniger Instrumente sterilisiert und vorbereitet werden müssen.

Chirurgische Unterstützung in Echtzeit

Doch die Innovation beschränkt sich nicht auf Hardware. Neo Medical entwickelt auch digitale Werkzeuge, die Chirurginnen und Chirurgen während des Eingriffs unterstützen. Die Plattform ADVISE™ liefert im Operationssaal datenbasierte Hinweise in Echtzeit. Mithilfe von künstlicher Intelligenz und Augmented Reality können chirurgische Entscheidungen während des Eingriffs präziser getroffen und bei Bedarf angepasst werden. Weitere Softwaremodule sind bereits in Entwicklung – darunter ein System zur präoperativen Planung sowie eine Navigationslösung auf Basis der Apple Vision Pro. Für Lefauconnier ist klar, dass genau hier ein zentraler Fortschritt liegt: «Es ist ein anspruchsvolles Gleichgewicht», sagt er, «aber es ist entscheidend, wenn wir die Versorgung von Wirbelsäulenpatientinnen und -patienten weltweit verbessern wollen.»

Expansion in einen wachsenden Markt

Während Neo Medical im deutschsprachigen Europa bereits Fuss gefasst hat, richtet das Unternehmen seinen Blick zunehmend auf die USA. Dort verändert sich die Struktur der Wirbelsäulenchirurgie derzeit stark. Immer mehr Eingriffe werden nicht mehr in grossen Spitälern durchgeführt, sondern in spezialisierten ambulanten Zentren – sogenannten Ambulatory Surgery Centers. Prognosen gehen davon aus, dass dort bis 2029 der Grossteil der Wirbelsäulenoperationen stattfinden wird. Ein standardisiertes, sofort verfügbares System passt gut zu dieser Entwicklung. Erste Pilotprojekte in Kalifornien zeigen laut Unternehmen, dass sich die Plattform sowohl klinisch als auch organisatorisch in solche Einrichtungen integrieren lässt.

Auch strategisch habe das Unternehmen in den letzten Jahren nachgeschärft, sagt Lefauconnier. Das SEF.Growth-Programm habe dabei geholfen, die nächsten Schritte klarer zu definieren: «Mit Impulsen von einigen der renommiertesten Innovationsführer der Schweiz konnten wir unsere Ausrichtung weiter schärfen und uns auf die nächste Wachstumsphase in den USA und darüber hinaus vorbereiten.» Für Neo Medical geht es damit nicht nur um neue Technologien im Operationssaal. Die Vision des Unternehmens ist grösser: eine Wirbelsäulenchirurgie, die weniger kompliziert ist – und dadurch für Ärztinnen, Ärzte und Patientinnen gleichermassen berechenbarer wird.

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit SEF Growth entstanden.

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Svenja Pfister

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Wirbelsäulenoperationen sind Präzisionsarbeit unter hohem Druck. Chirurginnen und Chirurgen arbeiten mit komplexen Instrumentensets, zahlreiche Implantatvarianten müssen bereitliegen, und jede Entscheidung im OP kann über den Verlauf der Behandlung entscheiden. Genau diese Komplexität will das Medtech-Unternehmen Neo Medical reduzieren.

Gegründet wurde die Firma 2013 von Vincent Lefauconnier und Jonas Larsson, beide mit langjähriger Erfahrung in der Medizintechnik. Ihr Ausgangspunkt war eine einfache Beobachtung: Viele Abläufe in der Wirbelsäulenchirurgie sind historisch gewachsen – und entsprechend kompliziert.

«Bei Neo Medical sind wir stolz darauf, die Zukunft der Wirbelsäulenchirurgie neu zu definieren – indem wir komplexe Abläufe vereinfachen und medizinischen Fachkräften ermöglichen, neue Massstäbe in Präzision, Sicherheit und Nachhaltigkeit zu setzen», sagt Mitgründer und Co-CEO Vincent Lefauconnier.

Vincent Lefauconnier reduziert die Komplexität bei Wirbelsäulen-Operationen mit seinem Medtech-Scale-up Neomedical.

Weniger Instrumente, klarere Abläufe

Das Ergebnis dieser Überlegungen ist eine integrierte chirurgische Plattform, die Instrumente, Implantate und digitale Unterstützung miteinander verbindet. Herzstück ist die Neo Universal™ Plattform. Sie wurde so entwickelt, dass sie mit verschiedenen Operationsmethoden funktioniert – von offenen Eingriffen bis zu minimalinvasiven Verfahren – und ein breites Spektrum an Erkrankungen der Brust- und Lendenwirbelsäule abdeckt.

Der Ansatz dahinter: Standardisierung. Statt grosser Instrumentensets setzt das System auf sterile Einweg-Kits und eine stark reduzierte Anzahl an Werkzeugen. Insgesamt kommen nur fünf Instrumente und 31 Schraubentypen zum Einsatz.

Die Auswirkungen sind messbar. Studien und klinische Anwendungen zeigen unter anderem:

  • bis zu 29 Prozent kürzere Operationszeiten
  • deutlich niedrigere Raten von Implantatversagen und Infektionen
  • weniger Folgeoperationen

Gleichzeitig sinkt der logistische Aufwand im Spital, etwa weil weniger Instrumente sterilisiert und vorbereitet werden müssen.

Chirurgische Unterstützung in Echtzeit

Doch die Innovation beschränkt sich nicht auf Hardware. Neo Medical entwickelt auch digitale Werkzeuge, die Chirurginnen und Chirurgen während des Eingriffs unterstützen. Die Plattform ADVISE™ liefert im Operationssaal datenbasierte Hinweise in Echtzeit. Mithilfe von künstlicher Intelligenz und Augmented Reality können chirurgische Entscheidungen während des Eingriffs präziser getroffen und bei Bedarf angepasst werden. Weitere Softwaremodule sind bereits in Entwicklung – darunter ein System zur präoperativen Planung sowie eine Navigationslösung auf Basis der Apple Vision Pro. Für Lefauconnier ist klar, dass genau hier ein zentraler Fortschritt liegt: «Es ist ein anspruchsvolles Gleichgewicht», sagt er, «aber es ist entscheidend, wenn wir die Versorgung von Wirbelsäulenpatientinnen und -patienten weltweit verbessern wollen.»

Expansion in einen wachsenden Markt

Während Neo Medical im deutschsprachigen Europa bereits Fuss gefasst hat, richtet das Unternehmen seinen Blick zunehmend auf die USA. Dort verändert sich die Struktur der Wirbelsäulenchirurgie derzeit stark. Immer mehr Eingriffe werden nicht mehr in grossen Spitälern durchgeführt, sondern in spezialisierten ambulanten Zentren – sogenannten Ambulatory Surgery Centers. Prognosen gehen davon aus, dass dort bis 2029 der Grossteil der Wirbelsäulenoperationen stattfinden wird. Ein standardisiertes, sofort verfügbares System passt gut zu dieser Entwicklung. Erste Pilotprojekte in Kalifornien zeigen laut Unternehmen, dass sich die Plattform sowohl klinisch als auch organisatorisch in solche Einrichtungen integrieren lässt.

Auch strategisch habe das Unternehmen in den letzten Jahren nachgeschärft, sagt Lefauconnier. Das SEF.Growth-Programm habe dabei geholfen, die nächsten Schritte klarer zu definieren: «Mit Impulsen von einigen der renommiertesten Innovationsführer der Schweiz konnten wir unsere Ausrichtung weiter schärfen und uns auf die nächste Wachstumsphase in den USA und darüber hinaus vorbereiten.» Für Neo Medical geht es damit nicht nur um neue Technologien im Operationssaal. Die Vision des Unternehmens ist grösser: eine Wirbelsäulenchirurgie, die weniger kompliziert ist – und dadurch für Ärztinnen, Ärzte und Patientinnen gleichermassen berechenbarer wird.

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit SEF Growth entstanden.

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