Mit dem neu lancierten Operator Circle bringen 35 erfahrene Schweizer Führungskräfte ihre Erfahrung in DeepTech-Startups ein. Im Interview erklärt Managing Partner Enzo Wälchli, wie der Circle Gründer vor Wachstumsfallen schützt, Kontakte vermittelt und mit gezielten Investments das Schweizer Startup-Ökosystem stärkt.
Aus der Startup-Welt kennen wir den Elevator Pitch. Was ist dein Elevator Pitch für den Operator Circle?
Die Schweiz ist Weltmeister in Innovation, bringt aber vergleichsweise wenige Unicorns oder Decacorns hervor. Es gibt Lücken im Ökosystem – sei es bei der Finanzierung, bei politischen Rahmenbedingungen oder an Erfahrungswerten von Serien-Gründern. Diese kann man nicht einfach herbeizaubern. Mit unserem Pool aus Führungskräften machen wir wertvolle Erfahrung zugänglich. Im Operator Circle vereinen wir rund 35 “Operatoren”. Leute, die den kompletten Wachstumsprozess von der Gründung bis zur Skalierung selbst durchlaufen haben und Gründende nun dabei unterstützen, Fehler zu vermeiden und schneller zu skalieren. Damit unterscheiden wir uns von klassischen Venture Partnern – wir decken bis zu 40 relevante Fähigkeiten ab, die es für erfolgreiches Wachstum braucht.
Wie ist die Idee zum Operator Circle entstanden?
Ich habe die Wachstumsreise als Chief Commercial Officer bei ANYbotics selbst durchlaufen und insbesondere in der Series-B-Finanzierungsrunde hunderte Gespräche mit Venture Capitalists geführt. Gerade im DeepTech-Bereich gab es oft eine spürbare Lücke. Nur in wenigen Gesprächen hatte ich das Gefühl, dass mein Gegenüber unsere Herausforderungen wirklich versteht – und genau diese Personen waren für mich die spannendsten potenziellen Investoren. Parallel habe ich als Board Mitglied bei der Swiss Startup Association ein starkes Netzwerk an Führungskräften von Scale-ups aufgebaut. Nach meiner Zeit bei ANYbotics hatte ich somit das Netzwerk, die Zeit und die Motivation, meine Idee konsequent umzusetzen. Die Resonanz war von Anfang an extrem positiv – sowohl von Gründern, VC’s als auch von Investoren.
Welches Problem im aktuellen Venture- bzw. Investment-Ökosystem wolltet ihr lösen?
Die Bedürfnisse eines Startups verändern sich permanent. Klassische Geldgeber können diese Dynamik oft nur begrenzt abdecken, weil ihnen entweder die Zeit oder die operative Tiefe fehlt. Viele VCs versprechen Zugang zu Netzwerken, aber in der Praxis verlaufen viele dieser Intros im Sande, weil sie nicht passgenau sind. Zudem basiert ein Grossteil der Unterstützung eher auf Beobachtung als auf eigener operativer Erfahrung. Der Unterschied zwischen „gesehen haben“ und „selbst gemacht haben“ ist enorm. Genau diese Lücke wollen wir schliessen. Mit unserem breiten Netzwerk können wir Gründende mit Personen zusammenbringen, die ihre Herausforderungen genau kennen.
Welche Expertise fehlt im DeepTech-Bereich aktuell am meisten?
DeepTech-Startups haben meist exzellente Technologie und finden relativ schnell gute Leute im Verkauf. Doch der Schritt vom Gründer zum CEO ist enorm anspruchsvoll und erfordert gezielte Entwicklung. Themen wie die Unternehmenskultur werden häufig zu spät angegangen – dabei sind sie entscheidend für nachhaltiges Wachstum. Der Weg vom Gründer zum CEO erfordert persönliches Wachstum – und Coaching. Es gibt viele Fallstricke, die bremsen können. Mit dem richtigen Netzwerk lassen sich solche Fehler vermeiden und enorme Fortschritte erzielen.
Wie ist es euch gelungen, so viele erfahrene Experten aus der Startup-Welt zu gewinnen?
Drei Dinge waren entscheidend: Erstens bringe ich viel Energie mit und setze Dinge konsequent um. Zweitens war ich von Anfang an sehr transparent und habe die Idee früh geteilt, um möglichst viele Leute einzubinden. Und drittens: Die Idee überzeugt. Der Nutzen ist klar erkennbar, und viele sehen darin eine echte Chance, etwas Relevantes für das Ökosystem aufzubauen. Sobald die ersten starken Persönlichkeiten dabei waren, entstand eine Kettenreaktion.
Wie funktioniert der Operator Circle konkret – von der Auswahl bis zur Zusammenarbeit?
Startups können sich über unsere Plattform melden und ihre Herausforderungen sowie ihr Pitch Deck einreichen. Wichtig ist für uns, früh zu verstehen, wo konkret Bedarf besteht. Wir investieren typischerweise in späteren Phasen, etwa ab Series B, immer gemeinsam mit etablierten VCs. Nach einer ersten Due Diligence bringen wir ausgewählte Operatoren in den Prozess ein, um das Unternehmen noch tiefer zu analysieren und zu unterstützen. Durch unser Netzwerk kennen wir einen Grossteil der relevanten Startups im Schweizer Ökosystem sehr gut. Das ermöglicht uns sehr gezieltes und qualitativ hochwertiges Matching.
Welchen konkreten Mehrwert bietet euer Ansatz für Startups, Investoren und Executives?
Startups profitieren von direktem Zugang zu Menschen, die ihre aktuellen Herausforderungen bereits selbst gelöst haben. Das spart Zeit, reduziert Fehler und verbessert die Entscheidungsqualität. Investoren erhalten zusätzliche Sicherheit und tiefere Einblicke durch operatives Fachwissen. Für Executives bietet sich die Möglichkeit, ihre Erfahrung weiterzugeben und aktiv am Aufbau der nächsten Generation von erfolgreichen Unternehmen mitzuwirken.
Wie wollt ihr den Operator Circle in den nächsten drei bis fünf Jahren weiterentwickeln?
Wir starten mit rund 35 Operatoren und planen schon im 2026 erste Investments im DeepTech-Growth-Bereich im gesamten DACH-Raum. Langfristig sehen wir Potenzial, geografisch zu expandieren – insbesondere in Europa. Gleichzeitig denken wir auch darüber nach, früher in den Lebenszyklus von Startups einzusteigen. Spannend ist auch die Idee eines physischen Hubs für DeepTech-Startups – ein Ort, an dem sich das Ökosystem treffen und weiterentwickeln kann.
Was motiviert dich persönlich, den Operator Circle langfristig voranzutreiben?
Nach meiner Zeit bei ANYbotics habe ich mich intensiv mit meiner eigenen Motivation beschäftigt – unter anderem inspiriert vom Ikigai-Modell. Der Operator Circle liegt genau an der Schnittstelle aus dem, was ich gut kann, was ich gerne mache und wo ich einen echten Effekt sehe. Ich habe ein starkes Netzwerk, relevante Erfahrung und die Möglichkeit, etwas aufzubauen, das mir viel Energie gibt. Gleichzeitig hat das Schweizer Startup-Ökosystem Potenzial, ist aber noch nicht im nächsten Level angekommen. Dazu beizutragen, dieses „Flywheel“ in Gang zu bringen, motiviert mich extrem.
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Mit dem neu lancierten Operator Circle bringen 35 erfahrene Schweizer Führungskräfte ihre Erfahrung in DeepTech-Startups ein. Im Interview erklärt Managing Partner Enzo Wälchli, wie der Circle Gründer vor Wachstumsfallen schützt, Kontakte vermittelt und mit gezielten Investments das Schweizer Startup-Ökosystem stärkt.
Aus der Startup-Welt kennen wir den Elevator Pitch. Was ist dein Elevator Pitch für den Operator Circle?
Die Schweiz ist Weltmeister in Innovation, bringt aber vergleichsweise wenige Unicorns oder Decacorns hervor. Es gibt Lücken im Ökosystem – sei es bei der Finanzierung, bei politischen Rahmenbedingungen oder an Erfahrungswerten von Serien-Gründern. Diese kann man nicht einfach herbeizaubern. Mit unserem Pool aus Führungskräften machen wir wertvolle Erfahrung zugänglich. Im Operator Circle vereinen wir rund 35 “Operatoren”. Leute, die den kompletten Wachstumsprozess von der Gründung bis zur Skalierung selbst durchlaufen haben und Gründende nun dabei unterstützen, Fehler zu vermeiden und schneller zu skalieren. Damit unterscheiden wir uns von klassischen Venture Partnern – wir decken bis zu 40 relevante Fähigkeiten ab, die es für erfolgreiches Wachstum braucht.
Wie ist die Idee zum Operator Circle entstanden?
Ich habe die Wachstumsreise als Chief Commercial Officer bei ANYbotics selbst durchlaufen und insbesondere in der Series-B-Finanzierungsrunde hunderte Gespräche mit Venture Capitalists geführt. Gerade im DeepTech-Bereich gab es oft eine spürbare Lücke. Nur in wenigen Gesprächen hatte ich das Gefühl, dass mein Gegenüber unsere Herausforderungen wirklich versteht – und genau diese Personen waren für mich die spannendsten potenziellen Investoren. Parallel habe ich als Board Mitglied bei der Swiss Startup Association ein starkes Netzwerk an Führungskräften von Scale-ups aufgebaut. Nach meiner Zeit bei ANYbotics hatte ich somit das Netzwerk, die Zeit und die Motivation, meine Idee konsequent umzusetzen. Die Resonanz war von Anfang an extrem positiv – sowohl von Gründern, VC’s als auch von Investoren.
Welches Problem im aktuellen Venture- bzw. Investment-Ökosystem wolltet ihr lösen?
Die Bedürfnisse eines Startups verändern sich permanent. Klassische Geldgeber können diese Dynamik oft nur begrenzt abdecken, weil ihnen entweder die Zeit oder die operative Tiefe fehlt. Viele VCs versprechen Zugang zu Netzwerken, aber in der Praxis verlaufen viele dieser Intros im Sande, weil sie nicht passgenau sind. Zudem basiert ein Grossteil der Unterstützung eher auf Beobachtung als auf eigener operativer Erfahrung. Der Unterschied zwischen „gesehen haben“ und „selbst gemacht haben“ ist enorm. Genau diese Lücke wollen wir schliessen. Mit unserem breiten Netzwerk können wir Gründende mit Personen zusammenbringen, die ihre Herausforderungen genau kennen.
Welche Expertise fehlt im DeepTech-Bereich aktuell am meisten?
DeepTech-Startups haben meist exzellente Technologie und finden relativ schnell gute Leute im Verkauf. Doch der Schritt vom Gründer zum CEO ist enorm anspruchsvoll und erfordert gezielte Entwicklung. Themen wie die Unternehmenskultur werden häufig zu spät angegangen – dabei sind sie entscheidend für nachhaltiges Wachstum. Der Weg vom Gründer zum CEO erfordert persönliches Wachstum – und Coaching. Es gibt viele Fallstricke, die bremsen können. Mit dem richtigen Netzwerk lassen sich solche Fehler vermeiden und enorme Fortschritte erzielen.
Wie ist es euch gelungen, so viele erfahrene Experten aus der Startup-Welt zu gewinnen?
Drei Dinge waren entscheidend: Erstens bringe ich viel Energie mit und setze Dinge konsequent um. Zweitens war ich von Anfang an sehr transparent und habe die Idee früh geteilt, um möglichst viele Leute einzubinden. Und drittens: Die Idee überzeugt. Der Nutzen ist klar erkennbar, und viele sehen darin eine echte Chance, etwas Relevantes für das Ökosystem aufzubauen. Sobald die ersten starken Persönlichkeiten dabei waren, entstand eine Kettenreaktion.
Wie funktioniert der Operator Circle konkret – von der Auswahl bis zur Zusammenarbeit?
Startups können sich über unsere Plattform melden und ihre Herausforderungen sowie ihr Pitch Deck einreichen. Wichtig ist für uns, früh zu verstehen, wo konkret Bedarf besteht. Wir investieren typischerweise in späteren Phasen, etwa ab Series B, immer gemeinsam mit etablierten VCs. Nach einer ersten Due Diligence bringen wir ausgewählte Operatoren in den Prozess ein, um das Unternehmen noch tiefer zu analysieren und zu unterstützen. Durch unser Netzwerk kennen wir einen Grossteil der relevanten Startups im Schweizer Ökosystem sehr gut. Das ermöglicht uns sehr gezieltes und qualitativ hochwertiges Matching.
Welchen konkreten Mehrwert bietet euer Ansatz für Startups, Investoren und Executives?
Startups profitieren von direktem Zugang zu Menschen, die ihre aktuellen Herausforderungen bereits selbst gelöst haben. Das spart Zeit, reduziert Fehler und verbessert die Entscheidungsqualität. Investoren erhalten zusätzliche Sicherheit und tiefere Einblicke durch operatives Fachwissen. Für Executives bietet sich die Möglichkeit, ihre Erfahrung weiterzugeben und aktiv am Aufbau der nächsten Generation von erfolgreichen Unternehmen mitzuwirken.
Wie wollt ihr den Operator Circle in den nächsten drei bis fünf Jahren weiterentwickeln?
Wir starten mit rund 35 Operatoren und planen schon im 2026 erste Investments im DeepTech-Growth-Bereich im gesamten DACH-Raum. Langfristig sehen wir Potenzial, geografisch zu expandieren – insbesondere in Europa. Gleichzeitig denken wir auch darüber nach, früher in den Lebenszyklus von Startups einzusteigen. Spannend ist auch die Idee eines physischen Hubs für DeepTech-Startups – ein Ort, an dem sich das Ökosystem treffen und weiterentwickeln kann.
Was motiviert dich persönlich, den Operator Circle langfristig voranzutreiben?
Nach meiner Zeit bei ANYbotics habe ich mich intensiv mit meiner eigenen Motivation beschäftigt – unter anderem inspiriert vom Ikigai-Modell. Der Operator Circle liegt genau an der Schnittstelle aus dem, was ich gut kann, was ich gerne mache und wo ich einen echten Effekt sehe. Ich habe ein starkes Netzwerk, relevante Erfahrung und die Möglichkeit, etwas aufzubauen, das mir viel Energie gibt. Gleichzeitig hat das Schweizer Startup-Ökosystem Potenzial, ist aber noch nicht im nächsten Level angekommen. Dazu beizutragen, dieses „Flywheel“ in Gang zu bringen, motiviert mich extrem.



