«Am Ende muss ein Produkt ein echtes Problem lösen»

Alex Riff leitet das Startup-Geschäft von Amazon Web Services (AWS) in der Schweiz, Österreich und Osteuropa. Er spricht über den KI-Boom, knappe Rechenkapazitäten und die Gefahr, sich zu sehr in technologischen Optimierungen zu verlieren.

Wie würdest du in einfachen Worten erklären, was Startups und AWS verbindet?

Amazon-CEO Andy Jassy betont immer wieder, Amazon solle wie das grösste Startup der Welt agieren. Dieses Prinzip prägt unsere Kultur: Wir wollen kurze Prozesse ermöglichen, schnelle Entscheidungen treffen und den Mut haben, Neues auszuprobieren. Auch AWS ist mit einem kleinen Team gestartet und schnell gewachsen. Wir kennen daher viele der Herausforderungen, mit denen junge Unternehmen heute konfrontiert sind.

Wo stossen Schweizer Startups bei der Cloud-Infrastruktur heute an Grenzen?

Vor allem bei der Kapazität. Grafikprozessoren, die für Anwendungen im Bereich der künstliche Intelligenz benötigt werden, sind weltweit knapp. Wir investieren daher stark in den Ausbau der Kapazitäten, auch mit eigens entwickelten Chips. Früher galt Rechenleistung in der Cloud praktisch als unbegrenzt verfügbar. Heute müssen wir den Bedarf frühzeitig kennen, damit wir die entsprechenden Kapazitäten bereitstellen können. 

Was macht für ein Startup den grössten Unterschied: Credits, technische Unterstützung oder Programme?

Technische Unterstützung ist wichtig. Amazon betreibt mehr als eine Million Roboter in seinen Logistikzentren. Technische Unterstützung auf diesem Niveau ist das, was Startups bei einem Cloud-Anbieter suchen. Noch wichtiger sind für mich aber Programme und das Netzwerk dahinter. Sie bringen Gründerinnen und Gründer mit potenziellen Kundinnen und Kunden, Partnern oder Investoren zusammen. Gerade in der frühen Phase kann der richtige Kontakt entscheidend sein.

Wo siehst du die grössten Hürden, wenn Schweizer Startups wachsen wollen?

Der kleine Heimmarkt ist sicherlich eine Herausforderung. Investoren sind wichtig, aber die Kundschaft ist noch wichtiger. Bei einem kleinen Markt wie der Schweiz sitzen potenzielle Kundinnen und Kunden oft im Ausland. Startups sollten deshalb früh international denken, um zu skalieren. 

Was sind AWS Credits – und wie verhindert ein Startup, dass daraus hohe Kosten entstehen?

AWS Credits sind Guthaben, mit denen Startups ihre Nutzung von Cloud-Diensten wie Rechenleistung, Speicher oder Datenbanken zunächst vergünstigt oder kostenlos testen können. Sie sind zum Experimentieren da: Ein Startup kann damit eine Idee entwickeln und skalieren, ohne von Anfang an hohe Infrastrukturkosten zu haben. Wenn der Anwendungsfall funktioniert, sollte man sich aber nicht länger auf die Credits verlassen. Wer Architektur und Cloud-Nutzung früh optimiert, kann langfristig bessere Margen erzielen. Genau diese Fähigkeit wollen Investoren sehen.

Wie hat KI die Gespräche mit Startups verändert?

Kaum ein Startup, dem ich in den vergangenen zwei Jahren begegnet bin, kommt ohne das Thema künstliche Intelligenz aus. Meiner Einschätzung nach setzen Investoren verstärkt auf junge Unternehmen mit klarem KI-Bezug, was die Finanzierung für etabliertere Startups schwieriger machen kann. 

Was wird für Schweizer Startups in den nächsten 12 bis 24 Monaten wichtiger, als viele Gründerinnen und Gründer erwarten?

Künstliche Intelligenz beschleunigt die Forschung und ermöglicht beeindruckende technologische Entwicklungen. Gleichzeitig wird es immer wichtiger, Produkte aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer zu denken. Als Ingenieur weiss ich, wie schnell man sich in technischen Optimierungen verlieren kann. Am Ende entscheidet aber nicht die beste Technologie über den Erfolg, sondern die Frage, ob das Produkt ein echtes Problem löst.  

Bildlegende: Alex Riff verantwortet bei AWS das Geschäft mit Startups in der Schweiz, Österreich und Osteuropa. Bild: AWS

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Author: Saskia Iten

Saskia Iten
"Ich finde es eine wunderbare Aufgabe, mutige Gründer und ihre Ideen sichtbar zu machen."

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Alex Riff leitet das Startup-Geschäft von Amazon Web Services (AWS) in der Schweiz, Österreich und Osteuropa. Er spricht über den KI-Boom, knappe Rechenkapazitäten und die Gefahr, sich zu sehr in technologischen Optimierungen zu verlieren.

Wie würdest du in einfachen Worten erklären, was Startups und AWS verbindet?

Amazon-CEO Andy Jassy betont immer wieder, Amazon solle wie das grösste Startup der Welt agieren. Dieses Prinzip prägt unsere Kultur: Wir wollen kurze Prozesse ermöglichen, schnelle Entscheidungen treffen und den Mut haben, Neues auszuprobieren. Auch AWS ist mit einem kleinen Team gestartet und schnell gewachsen. Wir kennen daher viele der Herausforderungen, mit denen junge Unternehmen heute konfrontiert sind.

Wo stossen Schweizer Startups bei der Cloud-Infrastruktur heute an Grenzen?

Vor allem bei der Kapazität. Grafikprozessoren, die für Anwendungen im Bereich der künstliche Intelligenz benötigt werden, sind weltweit knapp. Wir investieren daher stark in den Ausbau der Kapazitäten, auch mit eigens entwickelten Chips. Früher galt Rechenleistung in der Cloud praktisch als unbegrenzt verfügbar. Heute müssen wir den Bedarf frühzeitig kennen, damit wir die entsprechenden Kapazitäten bereitstellen können. 

Was macht für ein Startup den grössten Unterschied: Credits, technische Unterstützung oder Programme?

Technische Unterstützung ist wichtig. Amazon betreibt mehr als eine Million Roboter in seinen Logistikzentren. Technische Unterstützung auf diesem Niveau ist das, was Startups bei einem Cloud-Anbieter suchen. Noch wichtiger sind für mich aber Programme und das Netzwerk dahinter. Sie bringen Gründerinnen und Gründer mit potenziellen Kundinnen und Kunden, Partnern oder Investoren zusammen. Gerade in der frühen Phase kann der richtige Kontakt entscheidend sein.

Wo siehst du die grössten Hürden, wenn Schweizer Startups wachsen wollen?

Der kleine Heimmarkt ist sicherlich eine Herausforderung. Investoren sind wichtig, aber die Kundschaft ist noch wichtiger. Bei einem kleinen Markt wie der Schweiz sitzen potenzielle Kundinnen und Kunden oft im Ausland. Startups sollten deshalb früh international denken, um zu skalieren. 

Was sind AWS Credits – und wie verhindert ein Startup, dass daraus hohe Kosten entstehen?

AWS Credits sind Guthaben, mit denen Startups ihre Nutzung von Cloud-Diensten wie Rechenleistung, Speicher oder Datenbanken zunächst vergünstigt oder kostenlos testen können. Sie sind zum Experimentieren da: Ein Startup kann damit eine Idee entwickeln und skalieren, ohne von Anfang an hohe Infrastrukturkosten zu haben. Wenn der Anwendungsfall funktioniert, sollte man sich aber nicht länger auf die Credits verlassen. Wer Architektur und Cloud-Nutzung früh optimiert, kann langfristig bessere Margen erzielen. Genau diese Fähigkeit wollen Investoren sehen.

Wie hat KI die Gespräche mit Startups verändert?

Kaum ein Startup, dem ich in den vergangenen zwei Jahren begegnet bin, kommt ohne das Thema künstliche Intelligenz aus. Meiner Einschätzung nach setzen Investoren verstärkt auf junge Unternehmen mit klarem KI-Bezug, was die Finanzierung für etabliertere Startups schwieriger machen kann. 

Was wird für Schweizer Startups in den nächsten 12 bis 24 Monaten wichtiger, als viele Gründerinnen und Gründer erwarten?

Künstliche Intelligenz beschleunigt die Forschung und ermöglicht beeindruckende technologische Entwicklungen. Gleichzeitig wird es immer wichtiger, Produkte aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer zu denken. Als Ingenieur weiss ich, wie schnell man sich in technischen Optimierungen verlieren kann. Am Ende entscheidet aber nicht die beste Technologie über den Erfolg, sondern die Frage, ob das Produkt ein echtes Problem löst.  

Bildlegende: Alex Riff verantwortet bei AWS das Geschäft mit Startups in der Schweiz, Österreich und Osteuropa. Bild: AWS

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