Wenn RUAG zum Startup-Kunden wird

Wie bringt man die Geschwindigkeit von Startups mit den Anforderungen eines sicherheitskritischen Unternehmens zusammen? RUAG setzt dafür auf Venture Clienting und sucht gezielt nach Technologien, die konkrete Probleme lösen.

«Wir sind die Werkstatt der Schweizer Armee», sagt Pascal Gaggero, Head of Science and Technology bei RUAG. Ein überraschend simples Bild für ein Unternehmen, dessen Arbeit von Kampfjets über Kommunikationssysteme bis zu Cybersecurity reicht. Doch der Vergleich trifft es ziemlich gut: RUAG begleitet unter anderem militärische Systeme über ihren gesamten Lebenszyklus. Das Unternehmen wartet, repariert und modernisiert sie, integriert neue Technologien und sorgt dafür, dass sie einsatzbereit bleiben. Gleichzeitig versteht sich RUAG als Innovations- und Technologiepartner. Mit dem Innovation Accelerator Programm sucht das Unternehmen deshalb gezielt den Austausch mit Startups und bringt externe Technologien mit konkreten Anwendungsfällen innerhalb von RUAG zusammen.

Vom Kooperationspartner zum Kunden

Dafür setzt RUAG auf Venture Clienting. «Wir behandeln die Startups als Lieferanten», erklärt Pascal. RUAG kauft ein bestehendes Produkt oder eine Dienstleistung und testet, ob diese ein konkretes Problem lösen kann. Das vereinfacht die Zusammenarbeit, weil keine komplexen Kooperations- und IP-Verhandlungen nötig sind und die Zusammenarbeit klar als Lieferantenbeziehung mit einem definierten, klar abgegrenzten Anwendungsbereich abläuft. Anforderungen etwa an die Datensicherheit müssen trotzdem erfüllt werden.

Pascal Gaggero treibt bei der RUAG Innovation voran. Bild: RUAG

Der erste Schritt für eine Zusammenarbeit besteht darin, intern konkrete Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Dabei geht es weniger um formale Problemlisten als um Gespräche mit Fachbereichen und Beobachtungen im Arbeitsalltag. Parallel dazu schaut sich Pascal externe Technologien an, etwa an Startup-Events oder über eingereichte Lösungen. Entscheidend ist am Ende, ob sich ein konkreter Anwendungsfall und eine passende Technologie sinnvoll zusammenbringen lassen und sich daraus für die RUAG ein signifikanter Mehrwert ableiten lässt.

Die richtige Lösung fürs passende Problem

Rund 50 bis 80 Fälle schaut sich RUAG pro Jahr an, etwa zehn Prozent schaffen es bis zu einem Proof of Concept (POC). «Der schwierigste Teil ist das Matchmaking innerhalb deiner Organisation», sagt Pascal. Spannende Startups zu finden, sei vergleichsweise einfach. Schwieriger sei es, den passenden Anwendungsfall für ihre Technologie zu erkennen, da diese manchmal auch ausserhalb der ursprünglichen Verwendungsdomäne eingesetzt werden kann. Auf die POC-Phase folgt im besten Fall die Implementierungsphase und danach die Operationalisierung der neuen Technologie.

Ein Beispiel sind digitale Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Werkstattmitarbeitende, die RUAG mit einem ETH-Startup erprobt hat. Die Lösung führt durch komplexe Wartungsprozesse und erleichtert die Einarbeitung in neue Systeme. Für Pascal ein gutes Beispiel dafür, dass Innovation nicht immer spektakulär aussehen muss: «Es ist nicht sexy, aber wahnsinnig wichtig.»

Pascal Gaggero (links) übergibt den Students Innovation Award. Bild: RUAG

Für Pascal liegt der entscheidende Punkt aber ohnehin nicht darin, möglichst viele neue Technologien zu testen. Innovation bedeutet zunächst einmal Aufwand und stört das Tagesgeschäft. Trotzdem müsse ein Unternehmen bewusst Zeit und Geld dafür reservieren. Sonst, sagt Pascal, «fällst du technologisch zurück, und irgendwann bist du nicht mehr relevant».

Manchmal beginnt Innovation deshalb auch bei RUAG nicht mit der spektakulärsten Technologie, sondern mit einer ganz alltäglichen Frage: Könnte das nicht einfacher gehen?

Titelbild: RUAG

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Author: Laura Maeder

Laura Mäder
"No one ever made a decision because of a number. They need a story." Die Macht einer guten, authentischen Geschichte ist riesig.

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Pascal Gaggero treibt bei der RUAG Innovation voran. Bild: RUAG

Der erste Schritt für eine Zusammenarbeit besteht darin, intern konkrete Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Dabei geht es weniger um formale Problemlisten als um Gespräche mit Fachbereichen und Beobachtungen im Arbeitsalltag. Parallel dazu schaut sich Pascal externe Technologien an, etwa an Startup-Events oder über eingereichte Lösungen. Entscheidend ist am Ende, ob sich ein konkreter Anwendungsfall und eine passende Technologie sinnvoll zusammenbringen lassen und sich daraus für die RUAG ein signifikanter Mehrwert ableiten lässt.

Die richtige Lösung fürs passende Problem

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Pascal Gaggero (links) übergibt den Students Innovation Award. Bild: RUAG

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Manchmal beginnt Innovation deshalb auch bei RUAG nicht mit der spektakulärsten Technologie, sondern mit einer ganz alltäglichen Frage: Könnte das nicht einfacher gehen?

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