Die V-ZUG nutzt KI-Tools ergänzend im Innovationsprozess. Aber auch auf das Anmeldeverhalten von Erfindungen hat die Technologie indirekt Einfluss, sagt Christian Roth, Leiter Innovation und Technologie des Zuger Unternehmens. Teil 1 unserer Serie, wie KI und Patentanmeldungen in KMU zusammenspielen.
KI-Tools werden bei V-ZUG auf vielfältige Weise genutzt. «Sie vereinfachen die Arbeit in den Office-Applikationen, aber auch für das Coding in der Softwareentwicklung sind die Tools sehr nützlich», sagt Christian Roth. «Wir versuchen auch immer häufiger, KI-Anwendungen in die Produkte zu bringen. Aber nur, wenn sie einen direkten Nutzen für unsere Kundschaft haben», fügt er an. Die Integration moderner Technologie in Produkte entspreche auch der Unternehmensvision, Leichtigkeit ins Zuhause und Kreativität in die Küche zu bringen.
KI als Unterstützung im Innovationsprozess
Neben der allgemeinen Nutzung im Unternehmen bringt künstliche Intelligenz laut Christian Roth auch mehr Effizienz in den Entwicklungsprozess: «Das globale Wissen ist mit KI einfacher verfügbar und wir sind schneller bei der Suche in Datenbanken und sind auch schneller am Markt mit unseren Produkten». Doch es gibt auch Einschränkungen: KI vereinfacht nach seiner Erfahrung zwar den Alltag im Innovationsprozess, aber die Technologie hat noch keine kreative Rolle.
Als Beispiel nennt Roth den Geschirrspüler: «Vor 20 Jahren hatte jede Maschine einen oberen und unteren Geschirrkorb. Hätte man die KI gefragt, was man denn in Zukunft machen soll, wären der diverse Vorschläge für Ober- und Unterkorb-Varianten entstanden. Auf die Idee einer Besteckschublade, wie sie heute üblich ist, wäre die Software nicht gekommen», ist Christian Roth überzeugt. Mit KI bestehe eben auch die Gefahr, dass sich der Mainstream bei Innovationen verstärke: «Oft genutzte Lösungen kommen noch häufiger vor, weil ein KI-Tool immer das Bestehende in den Vordergrund rückt». Man dürfe sich nie blind auf KI-Vorschläge verlassen. «Damit vernachlässigen wir unser eigenes Denken für Lösungen».
Patente schützen den Innovationsvorsprung
V-ZUG investiert viel Geld und Ressourcen in neue Produkte und Funktionen. Deshalb ist auch der Schutz solcher Innovationen ein Teil der Unternehmensstrategie. «Erfindungen schützen wir konsequent mit Patenten, um einen Wettbewerbsvorteil herauszuarbeiten. Die Patentanmeldungen umfassen vor allem Bedienkonzepte und technische Lösungen», sagt Christian Roth. Auch die Marke sei ein wertvoller Bestandteil der Schutzstrategie.
Verändert KI das Verhalten bei Patentanmeldungen?
Das Anmeldeverhalten hat sich trotz KI-Nutzung bisher nicht signifikant verändert. «Wir sind schneller geworden in den Patentrecherchen. So können wir schneller einschätzen, ob wir eine Erfindung brauchen oder ob wir genau die Lösung haben, die bereits ein Drittunternehmen angemeldet hat. Wir nutzen entsprechende Tools», so Roth. Aber wenn es darum geht, neue Ideen anzumelden, dann sei wahrscheinlich die gestiegene Komplexität aller Geräte eher ein Treiber als der verstärkte Einsatz von KI.
Die Informationen aus den unternehmensintern durchgeführten KI-Recherchen lässt Christian Roth immer durch eine (Patent-)Anwaltskanzlei überprüfen. Der Patentanwalt bzw. die Patentanwältin kümmert sich zudem um eine gründliche Freedom-to-Operate-Recherche, damit man Dritten mit der eigenen Innovation nicht in die Quere kommt.
Für V-ZUG zählt der Nutzen, nicht das KI-Label
Die Grenze zwischen KI, maschinellem Lernen und klassischer Optimierung ist gemäss Roth fliessend. «Auf gewissen Küchengeräten laufen z.B. Prozesse, welche mittels KI-basierter Optimierung gefunden wurden. Ein Dienst auf unserer Webseite unterstützt dank KI-Funktionalität bei der Gerätesuche. Gerätefehler werden mittels KI klassiert und zugewiesen usw.» V-Zug druckt dennoch nicht «AI-inside» oder ähnliches auf die Blende, wie dies Mitbewerber gerne tun würden. «Für uns zählt die Funktion – unabhängig von der darunterliegenden Technologie.»
V-ZUG setzt KI als Technologie gezielt in Haushaltsgeräten und den dazugehörigen digitalen Kanälen ein «Falls wir eine KI-Funktionalität entwickeln, weisen wir darauf nicht prominent auf Bedienflächen oder dergleichen hin». Die Kunden sollen gemäss Roth den Mehrwert beim täglichen Gebrauch ihrer Geräte oder Dienstleistungen spüren, bei der Perfektion des Ergebnisses, wenn die Pizza richtig knusprig ist oder die Wäsche richtig sauber: «Das zählt und nicht, ob man mit einem KI-Sticker prahlen kann».
Die Patentstrategie von V-ZUG sei gut auf die Präsenz von KI-Systemen ausgerichtet. Roth erwartet deshalb «keine revolutionären Änderungen» im Verhalten mit Recherchen, Anmeldungen oder im Umgang mit Konflikten.
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Die V-ZUG nutzt KI-Tools ergänzend im Innovationsprozess. Aber auch auf das Anmeldeverhalten von Erfindungen hat die Technologie indirekt Einfluss, sagt Christian Roth, Leiter Innovation und Technologie des Zuger Unternehmens. Teil 1 unserer Serie, wie KI und Patentanmeldungen in KMU zusammenspielen.
KI-Tools werden bei V-ZUG auf vielfältige Weise genutzt. «Sie vereinfachen die Arbeit in den Office-Applikationen, aber auch für das Coding in der Softwareentwicklung sind die Tools sehr nützlich», sagt Christian Roth. «Wir versuchen auch immer häufiger, KI-Anwendungen in die Produkte zu bringen. Aber nur, wenn sie einen direkten Nutzen für unsere Kundschaft haben», fügt er an. Die Integration moderner Technologie in Produkte entspreche auch der Unternehmensvision, Leichtigkeit ins Zuhause und Kreativität in die Küche zu bringen.
KI als Unterstützung im Innovationsprozess
Neben der allgemeinen Nutzung im Unternehmen bringt künstliche Intelligenz laut Christian Roth auch mehr Effizienz in den Entwicklungsprozess: «Das globale Wissen ist mit KI einfacher verfügbar und wir sind schneller bei der Suche in Datenbanken und sind auch schneller am Markt mit unseren Produkten». Doch es gibt auch Einschränkungen: KI vereinfacht nach seiner Erfahrung zwar den Alltag im Innovationsprozess, aber die Technologie hat noch keine kreative Rolle.
Als Beispiel nennt Roth den Geschirrspüler: «Vor 20 Jahren hatte jede Maschine einen oberen und unteren Geschirrkorb. Hätte man die KI gefragt, was man denn in Zukunft machen soll, wären der diverse Vorschläge für Ober- und Unterkorb-Varianten entstanden. Auf die Idee einer Besteckschublade, wie sie heute üblich ist, wäre die Software nicht gekommen», ist Christian Roth überzeugt. Mit KI bestehe eben auch die Gefahr, dass sich der Mainstream bei Innovationen verstärke: «Oft genutzte Lösungen kommen noch häufiger vor, weil ein KI-Tool immer das Bestehende in den Vordergrund rückt». Man dürfe sich nie blind auf KI-Vorschläge verlassen. «Damit vernachlässigen wir unser eigenes Denken für Lösungen».
Patente schützen den Innovationsvorsprung
V-ZUG investiert viel Geld und Ressourcen in neue Produkte und Funktionen. Deshalb ist auch der Schutz solcher Innovationen ein Teil der Unternehmensstrategie. «Erfindungen schützen wir konsequent mit Patenten, um einen Wettbewerbsvorteil herauszuarbeiten. Die Patentanmeldungen umfassen vor allem Bedienkonzepte und technische Lösungen», sagt Christian Roth. Auch die Marke sei ein wertvoller Bestandteil der Schutzstrategie.
Verändert KI das Verhalten bei Patentanmeldungen?
Das Anmeldeverhalten hat sich trotz KI-Nutzung bisher nicht signifikant verändert. «Wir sind schneller geworden in den Patentrecherchen. So können wir schneller einschätzen, ob wir eine Erfindung brauchen oder ob wir genau die Lösung haben, die bereits ein Drittunternehmen angemeldet hat. Wir nutzen entsprechende Tools», so Roth. Aber wenn es darum geht, neue Ideen anzumelden, dann sei wahrscheinlich die gestiegene Komplexität aller Geräte eher ein Treiber als der verstärkte Einsatz von KI.
Die Informationen aus den unternehmensintern durchgeführten KI-Recherchen lässt Christian Roth immer durch eine (Patent-)Anwaltskanzlei überprüfen. Der Patentanwalt bzw. die Patentanwältin kümmert sich zudem um eine gründliche Freedom-to-Operate-Recherche, damit man Dritten mit der eigenen Innovation nicht in die Quere kommt.
Für V-ZUG zählt der Nutzen, nicht das KI-Label
Die Grenze zwischen KI, maschinellem Lernen und klassischer Optimierung ist gemäss Roth fliessend. «Auf gewissen Küchengeräten laufen z.B. Prozesse, welche mittels KI-basierter Optimierung gefunden wurden. Ein Dienst auf unserer Webseite unterstützt dank KI-Funktionalität bei der Gerätesuche. Gerätefehler werden mittels KI klassiert und zugewiesen usw.» V-Zug druckt dennoch nicht «AI-inside» oder ähnliches auf die Blende, wie dies Mitbewerber gerne tun würden. «Für uns zählt die Funktion – unabhängig von der darunterliegenden Technologie.»
V-ZUG setzt KI als Technologie gezielt in Haushaltsgeräten und den dazugehörigen digitalen Kanälen ein «Falls wir eine KI-Funktionalität entwickeln, weisen wir darauf nicht prominent auf Bedienflächen oder dergleichen hin». Die Kunden sollen gemäss Roth den Mehrwert beim täglichen Gebrauch ihrer Geräte oder Dienstleistungen spüren, bei der Perfektion des Ergebnisses, wenn die Pizza richtig knusprig ist oder die Wäsche richtig sauber: «Das zählt und nicht, ob man mit einem KI-Sticker prahlen kann».
Die Patentstrategie von V-ZUG sei gut auf die Präsenz von KI-Systemen ausgerichtet. Roth erwartet deshalb «keine revolutionären Änderungen» im Verhalten mit Recherchen, Anmeldungen oder im Umgang mit Konflikten.






